Oldtimer und Zukunft

  • Moin, am Wochenende war bei uns die Osna Oldis wo auch immer einige Fahrzeuge zur Verteigerung angeboten werden.

    Dabei ergab sich aber ein recht schleppender zurückhaltender Trend, fast gegen Null. Gute Fahrzeuge erreichten nicht mal ein Drittel

    Ihres Wertes..... ich denke der große Hype ist erstmal vorbei. Wenn ich dann noch sehe, das einige im fortgeschrittenen Alter (wie auch ich) sind

    und Ihre Schätzchen (vielleicht weil die körperliche Situation oder Umstieg auf kleinere Wohnverhältnisse) nicht mehr bewegen oder halten können,

    dann auch noch feilbieten möchten, kommt da schon noch einiges auf den Martkt! Aber wie sagte schon der Franz schaun wer mal!

    Schöne Grüße aus dem verregneten Artland

  • Massentauglich war es doch eigentlich nie, zumindest als Aktiver.

    Aber vom Großteil der Bevölkerung zumindest wohlwollend akzeptiert.

    Wollen wir hoffen, dass das so bleibt.

    • Offizieller Beitrag

    Das Thema wird in der Alteisenszene rauf und runter diskutiert. Meiner Meinung nach ist der Generationenwechsel einer der Hauptgründe. Durch Corona gab es auch einen „run“ auf Oldies, der den Markt in kurzer Zeit überhitzte. Nun kommen mehrere Dinge auf einmal. Hier ein paar Einschätzungen aus dem Netz zusammengetragen :


    Die Preise für viele Oldtimer, besonders aus den 50er/60er-Jahren, sinken 2025, da die Nachfrage der älteren Generation nachlässt.


    Das Ende der „Oldtimerblase“ führt zu spürbaren Wertverlusten bei klassischen Modellen. Youngtimer (15–30 Jahre) sind hingegen beliebt, da jüngere Käufer einen stärkeren emotionalen Bezug zu Autos der 80er/90er-Jahre haben. Hier sind die entscheidenden Faktoren zur aktuellen Situation:

    Es ist also weniger ein plötzlicher Wertverlust aller Oldtimer als vielmehr eine Marktkorrektur und ein Wandel hin zu jüngeren Klassikern.

    • Generationenwechsel: Ältere Sammler trennen sich von ihren Fahrzeugen, während jüngere Generationen weniger Interesse an Vorkriegstechnik oder allzu unkomfortablen Klassikern haben.
    • «Poster-Cars» im Trend: Fahrzeuge der 80er und 90er Jahre (Youngtimer) sind populär, da sie die Jugend der heutigen Käufer prägten.
    • Marktkrise: Nach Jahren des Booms verzeichneten einige Klassiker (wie bestimmte Porsche 911 oder BMW-Modelle) erhebliche Preisrückgänge.
    • Risikofaktoren: Hohe Restaurierungs- und Wartungskosten sowie potenzielle Fahrverbote oder Verschärfungen der H-Kennzeichen-Regeln können den Wert mindern.
    • Qualität bleibt: Top-gepflegte Exemplare seltener Modelle bleiben wertstabil, während sich der Markt hin zu erschwinglicheren Fahrzeugen verschiebt.
  • In meinem durchaus automobil- und oldtimeraffinen Bekanntenkreis sehe ich zunehmend, dass viele in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage kritischer werden, die gestiegenen Kosten in Sachen Unterhalt/Service etc. als adäquat in Relation zum gebotenen Spaßgewinn zu bewerten.

    Vielen wird Oldtimerei im Alter auch zunehmend zur Last, weil qualifizierte Werkstätten wochen- oder monatelangen Vorlauf haben, um dann auch mal um die 200€ Stundenlohn zu nehmen und die anfälligen Oldtimer oft nicht zeitnah verfügbar sind, wenn man sie spontan geniessen möchte. Und weil da draußen einfach immer mehr verblödetes und/oder asoziales Gesindel rumläuft, kann man oft die Autos auch einfach nicht mehr relaxt genießen, weil man sie nicht einfach mal eine Stunde oder zwei am Straßenrand stehen lassen kann, wenn man in die Stadt geht zum Italiener ö.ä. Die GenZ hat ganz überwiegend, mit wenigen erfreulichen Ausnahmen, mit solchen Autos absolut nix am Hut - wenn überhaupt muss das Ding fahren und schnell günstig verfügbar sein. Selbst besitzen ist nicht notwendig, wenn an jeder Ecke eine Leihschlurre rumsteht.

  • Ja, alles nicht so einfach.

    Auf der einen Seite hasse ich es, wenn ich ein Auto in die Werkstatt geben muss (nicht mal wegen der Kosten, sondern weil ich meistens denke, dass ich es eigentlich besser kann), andererseits habe ich immer weniger Lust auf "schmutzige Arbeiten" bei denen ich unters Auto muss.

    Ich habe 4 Oldies 2x 30-er Jahre, 2x 80-er. Ab März bin ich eigentlich beschäftigt die für die Saison fit zu machen.

    Keine Ahnung wie lange ich dazu noch Lust und Laune habe, zumindest würde ich mich ganz gerne verkleinern.

  • Das ist alles nicht so schön aktuell, aber ich denke das geht irgentwann vorbei. Bei dem aktuellen Markt, wollen immer wenige Leute sich ein neues Auto kaufen bzw. können das aufgrund der übertriebenen Preisen leisten. Daher sind 90-00 Fahrzeuge aktuell sehr beliebt, da diese sich eher "wie ein neues/aktuelles" Auto fahren lassen und einen gewissen Komfort bieten. Zudem fehlt der jungen Generation oftmals das Budget und das know how für einen Oldtimer. Denn genau das selbe ist im Modellbau das problem: Die Jungen haben einfach keinen Bock mehr etwas zu machen. Stattdessen kaufen viele Eltern ihren Kindern einfach einen Gaming PC oder ein Tablet, denn dieses "Hobby" ist auf längere Zeit gerichtet viel billiger und die Kinder geben Ruhe........

    Aber in meinem Freundeskreis (alle zwischen 16-26) gibt es einige, die Oltimer lieber wie ein neues Auto haben würden, aber das mit dem Geld und Platz ist immer so ein Problem. Denn wenn man nichts selber machen kann ist man oftmals auf lustlose oder überteurte Werkstätten angewiesen, was einfach abschreckt.

    Zudem ist ein Oldtimer für viele junge "eine Umweltverschmutzende Umweltbelastung".

    Einen weiteren Grund sehe ich darin: Für viele ist das Auto selbstverständlich geworden und somit nichts besonderes mehr wodurch sich eine Art von Beziehung zu der Thematik entwickeln kann. Ich meine es war für mich vor 20 Jahren etwas super besonderes wenn ich am Wochenende mal dem Papa am Fiat UNO schrauben helfen durfte oder abends wo mein Vater und mir und meinem Bruder und dem Cinquecento die Reifen quietschen lassen hat........ Dies alles haben die Kinder und jugentlichen nicht mehr so denn wie wir alle wissen: Wenns kaputt, dann wegschmeißen und neu kaufen.


    Egal nun genug aufgeregt.........

  • Und weil da draußen einfach immer mehr verblödetes und/oder asoziales Gesindel rumläuft, kann man oft die Autos auch einfach nicht mehr relaxt genießen, weil man sie nicht einfach mal eine Stunde oder zwei am Straßenrand stehen lassen kann, wenn man in die Stadt geht zum Italiener ö.ä. Die GenZ hat ganz überwiegend, mit wenigen erfreulichen Ausnahmen, mit solchen Autos absolut nix am Hut - wenn überhaupt muss das Ding fahren und schnell günstig verfügbar sein. Selbst besitzen ist nicht notwendig, wenn an jeder Ecke eine Leihschlurre rumsteht.

    Deshalb parke ich meinen Youngtimer (der aber nächstes Jahr auch schon 30 wird) grundsätzlich NUR in Parkhäusern und im Urlaub NUR direkt auf einem Hotel eigenen Parkplatz. (und zu Hause immer in der Garage)

  • Puh, wieder ein Thema wo ich (Unwissender Jungspund) meinen Senf dazugeben muss, weil ich harte Fühlis dazu habe.


    Ich hatte ja schonmal einen kleinen Rant niedergeschrieben als es vor ein paar Monaten um das Thema Auto als Wertanlage ging, ich hoffe das hier wird nicht genau so lang und umständlich (was mach ich mir vor, wird es!), aber es schlägt ein bisschen in die gleiche Kerbe. Zunächst ein mal das weniger Hasszerfressene gleich vorweg: Ich denke das hängt viel daran, was eine jede Generation als "Oldie" ansieht. Nicht nur im Automobilbereich. Für mich sind Toggo Flick 'n' Lick L*tscher, Ipod shuffle und Infrarotfilesharing auf dem Klapphandy voll meine Kindheit und Schulzeit, für meinen Vater ist es der Walkman, Jimmy Hendrix und die erste 1000er Kawasaki (z1000 aus den 70ern), für meinen Großvater war es Hanomag und Pfaff Nähmaschinen bei uns aus der Stadt. Dementsprechend sind für meinen Vater natürlich auch andere Automodelle interessant als für mich. Und die Generation die sich für die Zeit der 2600er Berlina begeistert hat wird ersetzt durch die Generation die sich für GTV und Brera begeistert.


    Und gleich da tut sich das erste große Problem auf: Das Geld. Jüngere Generationen, meine mit eingeschlossen, MICH mit eingeschlossen, sind bei weitem nicht so Kaufkraftstark wie die jetzigen Rentner oder beinahe-Rentner, die große Babyboomer-welle kommt ja noch, die geburtenstärksten Jahrgänge gehen ja gerade erst in die Rente. Nein, zu einem Bertone GT habe ich nicht die Need for Speed Bindung wie zum Brera oder die James-bond connection wie zum 159er oder einem z8, aber ich würde so ein Fahrzeug weder verschmähen noch in meinem Besitz verkommen lassen. Nur leisten kann ich es mir nicht, der Anschaffungspreis ist schlicht zu hoch. Wenn nun also die generation Bertone GT verrentet ist und langsam in das Alter kommt in dem der Wagen weniger wichtig ist wie evtl. eine Haushaltshilfe oder seniorengerechtes Wohnen, die nachkommende Fahrzeugenthusiastengeneration aber mit 3 mark fuffzich, einem Hosenknopf und einem Bauchnabelfussel bezahlen kann weil es zu mehr nicht reicht, dann ist es wenig verwunderlich, dass der Markt schrumpft. Und selbst wenn die aktuelle junge Generation die Finanzmittel hätte, ist Sie personell einfach VIEL kleiner als das, was der Markt hergibt. Nicht nur ist die Alterskohortenzahl seit Jahrzehnten rückläufig, auch das Interesse an Autos als Hobby ist einfach gesunken.


    Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt, der auch ein bisschen mit dem Geld zusammenhängt. Die Autocommunity ist geschrumpft. Weniger Junge Menschen interessieren sich einfach für Autos als Hobby, als Zeitvertreib, als etwas "schönes nebenbei". Hat viele Gründe, Kosten sind mit der Größte davon, aber auch mediale Berichterstattung und Stimmungsmache rund um Privatfahrzeuge (Böse Verbrenner, Abgase, Stau, etc pp) haben ihr Übriges dazu beigetragen. Wenn das Geld eh knapp ist, die Wohnung kleiner, u.U. nur mit Möglichkeit zum Laternenparken, und Autos, besonders ältere, bei einem gewissen Klientel der Gesellschaft als laute Dreckschleudern in Verruf geraten sind, dann werden sich weniger Menschen so ein Auto zu legen aus der reinen Freude daran.


    Oldtimer passen auch nichtmehr immer zum Lebensentwurf und den Möglichkeiten der Menschen. Zwei Vollzeitbeschäftigte Erwachsene evtl. mit Kind, wenn das Geld eh knapp ist investiert man es öfter in die Wohnung (Ein eigenes Haus haben in der sub-40er Kategorie weniger als die Hälfte) oder in Unterhaltung und/oder Reisen. Zumal der Erhalt einer Sache in einer Wegwerfgesellschaft ungleich teurer und umständlicher ist als einfach was neues kaufen. Ich sehe es selbst, was ich an meinem Brera mache ist unwirtschaftlich. Das Auto ist so um die 7000€ wert, ich stecke mindestens genau so viel Geld an Teilen rein bis es in meinen Augen "Perfekt" ist. Krieg ich beim Verkauf niemals nicht wieder rein. Andere rechnen sich das durch und denken: Ne für 14.000€ fahr ich lieber so und so oft all in clusive irgendwo hin, oder kauf mir nen neuen Fernseher oder steck es in den Hauskredit. Das muss man nicht nur wollen, sondern auch KÖNNEN. Und diese Kombination ist in der Bevölkerung deutlich kleiner geworden, wenn ich mir aktuelle Wirtschaftszahlen anschaue und politische Entscheidungen mit in Betracht ziehe dann sehe ich auch auf mittlere Sicht nicht, dass sich das ändern würde, der Downtrend wird weitergehen.


    Für die die können und wollen natürlich fantastisch, wunderbare alte Fahrzeuge mit Charakter und Charme zu guten Preisen, aber was Markt, Wert und Anlagekraft angeht sehe ich da den Weg der Briefmarke, zumindest in Deutschland. Im Ausland sieht das anders aus, insbesondere in den USA. Damit eröffnen sich jetzt natürlich auch potenziell Anlagemöglichkeiten. wer jetzt günstig Brera kauft wird den vermutlich in einigen jahren, so wie er in die USA als Altfahrzeug eingeführt werden darf, zu gutem Geld wieder los.




    PS: Dass hier das deutsche Wort für Lolly zensiert wird finde ich dann doch ulkig :D

  • P...


    Und gleich da tut sich das erste große Problem auf: Das Geld. Jüngere Generationen, meine mit eingeschlossen, MICH mit eingeschlossen, sind bei weitem nicht so Kaufkraftstark wie die jetzigen Rentner oder beinahe-Rentner, die große Babyboomer-...



    Das stimmt nicht: Kaufkraftbereinigt hat die heutige Generation deutlich mehr Geld zur Verfügung als die Boomer oder die davor.

    Ihr (nagut, als BJ'78 gehöre ich eigentlich auch schon dazu) gebt euer Geld nur einfach für die falschen Dinge aus. Eure Eltern und Großeltern hatten kein Handy, Netflix, Amazon, Lieferando. Und auch beim Auto waren sie nicht wählerisch, haben meisten eine gebrauchte Rinde gekauft und die selber repariert. Oder der Neuwagen wurde gefahren bis er auseinander fiel oder tatsächlich zu klein wurde. Und es musste auch nicht immer der größte Motor sein, schaut euch mal das Leistungsgewicht eines Käfer, 2CV, B/C-Kadett oder Pinto/Fiesta an und vergleicht das mit dem, was ihr heute fahrt.


    Richtig, an etlichen Stellen (Haus, Auto, Lebenshaltung) dreht der Gesetzgeber die Preisschraube "grundlos" feste hoch. Ob das Bauvorschriften sind, die das neue Haus ca Faktor 2 verteuern ohne praktischen Nutzen zu bringen, (unfertige) Assistenzsysteme im Auto die die Karre locker 5k teuerer machen, oder Müllgebühren für die nicht stattgefundene Entleerung der leeren Tonne. Das ist aber nicht der springende Punkt. Der Punkt ist die mangelnde Ausgabendiziplin, gepaart mit dem Gefühl unbedingt mit Anderen "mithalten zu müssen".

    ich habe das auf die harte Tour lernen müssen, als ich 2006 arbeitslos wurde und mit 28 noch mal 4 Jahre die Schulbank für den FH-Zugang und das Studium gedrückt habe. Und ja, man kann sehr wohl von BaFöG leben. Die Lektion hat es mir aber ermöglicht trotz Unterhalt für zwei Kinder das Haus und Auto weiter zu leisten.


    Dazu kommt noch, dass die meisten "satt" sind und risikoscheu sind was die Arbeitsplatzwahl an geht: Wenn man einen hat, behält man ihn, auch wenn die Kohle nicht so prickelnd ist, bis was drastisches passiert. Dazu zähle ich mich auch, ich würde wohl im leben nicht auf die Idee kommen mich Selbstständig zu machen, auch wenn ich damit wohl mehr Kohle scheffeln könnte.


    Richtig ist allerdings: Da der Wohlstand, den die Boomer aufgebaut haben in den letzten 20 Jahren mit der Gießkanne umverteilt und abgefrühstückt wurde, werden wir alle uns in Zukunft den Gürtel enger schnallen dürfen. Die Wertschöpfung im Land sinkt seit den 2010ern. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Hier wird Benzin noch mit Liebe verbrannt.

  • Wenn ich folgenden Satz lese:


    Zitat

    Ihr (nagut, als BJ'78 gehöre ich eigentlich auch schon dazu) gebt euer Geld nur einfach für die falschen Dinge aus. Eure Eltern und Großeltern hatten kein Handy, Netflix, Amazon, Lieferando.



    Werde ich rapide asozialer, hasserfüllter und gewalttätiger als Holger es mit all seinen Stümperlantis-rants je sein könnte. "Hurr hurrrrr esst weniger aVoCaDoToAsT!"
    Die Lebensrealität sieht idr so aus: Schule, die Mehrheit hat Abi gemacht (Kann man sich noch drum streiten ob die Bildungsinflation richtig war oder nicht), geht an die uni, macht Bachelor, Master ("Diplom war bessa!" kommentare sparen danke.). Zum studieren ziehen die meisten um, BaFög bekommt auch nichtmehr jeder (Ja deine Eltern haben doch Geld und du hast mal 5€ in einen ETF gesteck, verleb das mal) und wer sich in einer x-beliebigen Studentenstadt, ja auch Kaiserslautern, umschaut wird schnell feststellen: Mieten zahlt man auch nichtmehr mit einem feuchten Händedruck und paar mark vom Kellnern.

    Paar Beispiele, bin da ja offen damit: Ich bin in der extrem glücklichen Lage Landesangestellter in der Forschung zu sein. e13 Stufe 3, das sind ziemlich genau 3k netto (Kinderlos unverheiratet aus der Kirche raus). Ich bin ebenfalls in der extrem glücklichen lage eine eigene fast abbezahlte Immobilie zu bewohnen. In der Nullzinszeit neu verzinst, 400€ im Monat gehen effektiv nür für Tilgung drauf, 2030 sind dann noch 4k Ablöse erforderlich. So weit so gut. Wenn ich die ganzen Ausgaben zusammenrechne die ich im Monat machen MUSS damit ich das Haus habe, und dann die normalen Lebenshaltungskosten für Mobilität und nicht verhungern dazurechne, dann komme ich die letzten 4 Jahre, so lange wie ich mein haushaltsbuch schon führe, auf durchschnittlich 1200€ Monatskosten. Den rest kann ich theoretisch sparen, aber da ist noch keine ziegel auf dem Dach ersetzt, noch kein Stück der Fassade neu verputzt, da wird von der Substanz gelebt.


    Und ich will dich hier nochmal daran erinnern: Ich habe extremes Glück was das angeht. Alle meiner Freunde leben entweder noch mit ihren Eltern oder zur Miete, und bei den Mietern ist dann schonmal mindestens 800 weg (KALT!!!) weil Lautern und Umgebung die Studenten hat UND Ramstein Airbase mit den Amerikanern die Preise verziehen.

    Klar könnten die für 35 Ostmark in Zobes oder Pirna irgend ein Loch beziehen, aber gibt es dort Arbeit? Die aktuelle Generation hat es ja nochmal schlimmer wenn die an den Markt starten, bewirb dich mal auf Juniorstellen im EDV Bereich, Automotive kannst du ja auch vergessen (Wer Nachrichten liest der weis wie viele Stellen D. in den nächsten jahren im Automobilsektor verliert und schon verloren hat), Ortsbindung, durch Haus oder Verwandtschaft, ist für wirtschaftliches Überleben, nichtmal mehr Erfolg, schon hinderlich geworden.

    So kommt es dann, dass ein Masterabsolvent Biotech und eine Doktorandin Biotech zusammen eine zweizimmerwohnung beziehen und am Jahresende froh sind, wenn Sie ihre Sparrate erfüllt haben.


    Kleiner Spaßfakt am Rande: Immopreise sind in den letzten 30 jahren 52% mehr gestiegen als Löhne und das ist schon schöngerechnet.

    Weiterer Spaßfakt: 2006 ist 20 Jahre her.

    Noch weiterer Spaßfakt: Uni KL war mal führend im Maschinenbau. Weit über tausend Studis (Zu deiner Zeit) pro Erstsemester. WS 25/26 hatte die Uni ganze 32 Einschreibungen für Maschinenbau. Dieser Zweig ist tot in D.


    Nur um das mal klar zu stellen weil diese pick yourself up by your bootstraps mentalität der älteren Generation ist abstoßend und offenbar auch Faktenresistent. Es trifft sich jetzt nur unpasslich dass ich in der Forschung arbeite und damit tagtäglich zu tun habe.


    Ich könnte weitermachen, Ländliche Räume und die unter-40-jährigen ist auch eine Sache, wie da die Kaufkraftdisparität aussieht, Gestiegene Arbeitsplatzmobilitätsnotwendigkeit (Deutsch ist eine Waffe!) zwischen Generationen, Arbeitsplatzsicherheit, Beförderungsintervallzeiten, Tarifeingruppierungen wo anwendbar, Art und Umfang von Arbeitsvertraglich festgehaltenen Arbeitnehmermöglichkeiten (Stichpunkt Altverträge), die Liste ist lang und weist sehr weit weg davon dass ja das Avocadotoast und Schboddify dran schuld wären dass die Faule Jugend sich nix mehr leistne kann etzala.


    Um mich selbst zu beruhigen und dir nicht extreme Unflätigkeiten entgegenzuwerfen will ich dich bitten doch nochmal nachzulesen wie das mit der Kaufkraftverteilung intergenerational aussieht, ich bin dir gerne behilflich und lasse dir dazu Paper und Sammelbände zukommen :)



    Um zurück zum Auto zu kommen: Das die aktuellen Generationen so wählerisch sind will ich nicht unterschreiben. Die Leute sind froh, wenn Sie ein Fahrzeug haben um zur Arbeit zu kommen. Und was kann ich dafür wenn heute keine 30PS, DPF-losen, Kat-losen unverwüstlichen Käfer aus rostblech mehr zusammengedengelt werden? Das kommt von den Umweltregularien. Hätte man früher seinen Käfer, seinen erstgenerationsfiesta oder seinen B kadett mehr geschützt, wäre er vielleicht heute noch als erstauto für die kinder da und nicht zu edelrost stahlfrei zerfallen! Nur mal so nebenbei!


    PS: Ja ich werde da agressiv und äußerst ausfällig, weil ich seit 10 Jahren nichts anderes höre, von Utes und Haralds die anno Vordemkrieg eine Schlosserlehre gemacht haben und dann denken Sie haben die Weisheit gepachtet und die "jungen loide die sin jo all faul und wisse nix, i bins jo schon fünfavierzg johar schaffa gang!" Während die junge Generation notgedrungen immer und immer weiter in der Bildungslandschaft aufsteigt. Aus meinem Freundeskreis von 6 Abiturienten sind 4 jetzt beim PhD, 2 beim Master mit massiv vielen Zusatzqualifikationen, ALLE international in cutting-edge Forschungsfeldern (Biotech, AI, Physik, Theoretische Mathematik) publiziert und Sie verdienen auch "nur" gut im inländischen Vergleich. Aus dem Ausland werden unsere Nettolöhne milde belächelt oder bemitleidet, je nachdem wen du fragst.

    Und ich bin das absolut leid, die Erfolgsleiter die uns als generation von unseren Eltern verkauft wurde zur Spitze zu erklimmen und mir dann sagen zu lassen "Ja dann kauf halt net bei Lieferando".

  • Das stimmt nicht: Kaufkraftbereinigt hat die heutige Generation deutlich mehr Geld zur Verfügung als die Boomer oder die davor.

    Ihr (nagut, als BJ'78 gehöre ich eigentlich auch schon dazu) gebt euer Geld nur einfach für die falschen Dinge aus. Eure Eltern und Großeltern hatten kein Handy, Netflix, Amazon, Lieferando. Und auch beim Auto waren sie nicht wählerisch, haben meisten eine gebrauchte Rinde gekauft und die selber repariert. Oder der Neuwagen wurde gefahren bis er auseinander fiel oder tatsächlich zu klein wurde. Und es musste auch nicht immer der größte Motor sein, schaut euch mal das Leistungsgewicht eines Käfer, 2CV, B/C-Kadett oder Pinto/Fiesta an und vergleicht das mit dem, was ihr heute fahrt.

    äh nein? Ich hab kein Netflix, Amazon oder Lieferando, fahre nur gebrauchte ARs und dabei maximal 4Zylinder. Hat nicht geholfen.


    Mein Bruder verdient gutes Geld zusammen mit seiner Frau und trotzdem kann er sich im gegensatz zu unseren Eltern nur eine Haushälfte leisten, obwohl die mehr verdienen im Gegensatz zu der Generation davor, die ganze Häuser bauen konnte.


    Da gibt es auch Statistiken zu, während das Gehalt maximal um 2x/3x gestiegen sind, sind Häuser inzwischen 4x oder mehr.

    Es gab in den 80/90 Jahren eine Entkopplung von was wird physikalisch hergestellt und wieviel Geld gibt es. Ist ein super interessanter Graph den ich jetzt nicht raussuche.

  • Wenn ich folgenden Satz lese:

    ...

    Owei. So viel Halbwissen und Stammtisch.

    Ein ABI sagt nix über die spätere berufliche Quali aus. Ein Abi ist der (allgemeine) Hochschulzugang. Nicht mehr, nicht weniger. Dass viele Jobs für dressierte Affen inzwischen ein Abi verlangen, liegt an dem inzwischen unterirdischen Bildungsniveau der Schulen selber, dass ein Realschulabschluss heute nicht mal nehr lesen, schreiben und rechnen garantiert.


    Mit EG13 bist du ja super aufgestellt, deutlich über dem Median. Da ist dein Gehäule ja richtig jammern auf ganz hohem Niveau.

    400 Tilgung sind bei dem Einkommen lächerlich wenig. jede Kaltmiete ist höher. Über den Daumen jast du da grob knapp 600 Rate im Monat. Und damit 1,2k monatliche Fixkosten? Da ist noch ne Menge Luft drin.

    Als kinderloser solltest du ganz leise sein, denn (auch du) bis einer der den Generationenvertrag brincht hat und sich in einigen Jahren auf den Schultern meiner Kinder ausruhen will. ...


    und welchen Teil von:

    Zitat

    ...an etlichen Stellen (Haus, Auto, Lebenshaltung) dreht der Gesetzgeber die Preisschraube "grundlos" feste hoch....

    hast du nicht verstanden?


    Warum wohl sind denn die Preise von Bestandimmobilien gestiegen? Nicht nur, dass Neu bauen sinnlos teuer geworden ist, wenn man keinen Bock hat mit dem Amtsschimmel zu diskutieren. Das Geld ist in Beton geflohen, weil die Wirtschaft den Bach runter geht. Nurmalsoamrande: Man kann auch heute noch sein EFH für 100k (mit Keller) hinstellen. Es macht halt viel Arbeit mit dem Architekten und den Handwerkern das Ganze beim Amt durchzufechten, warum man denn hier schon wieder gegen die WSVO etc "verstößt"...

    Das "Supersorglosbequempaket" war schon immer etwas teuerer.


    Und ja: Deinen "Rest" solltest du tatsächlich zumindest teilweise sparen, falls du mal neue Ziegel aufs Dach willst, die nicht die Versicherung bezahlt. 20..40k kannste da anlegen, wenn du nix selber machen kannst. Kannst du es selber, kostets einen Bruchteil. Als Single hast du die Zeit...

    Und für den Oldie blieben da immer noch locker 5k im Jahr über.


    Und jetzt stell dir das Ganze doch mal mit 1,8k netto vor. So viel ließe dir nämlich das SGB von deiner EG13 übrig, wenn man zwei Kinder hat und die (Ex)Partnerin der Meinung war mit den nach Sachsen ausziehen zu müssen.

    Für mich sind die nächste 10..12 jahre noch "Leben am Limit" des Sozialgesetzbuches von 1,6k, bis das große Kind erwachsen ist und eigenes Geld verdient. Ich weiß also wo von ich rede.


    Übrigens macht es finanziell kaum einen Unterschied, ob ich in Stuttgart oder Pirna lebe. Gut, Strom und Wasser ist in Pirna teuerer. Aber die Preise im Supermarkt sind gleich. Die Qualität auch. Das einzige was billiger wäre ist die Miete, das beträfe dich aber auch nicht. Was auf jeden Fall billiger ist, sind die Stundenlöhne in der Privatwirtschaft. Ich weiß das, weil ich in einem Ost-Standort einer schwäbsichen Firma angestellt bin. Sonst hätte ich nämlich das Equivalent zur EG13.


    Kann man diese Diskussion irgendwie ins OT Verlinken/Verschieben?

    Hier wird Benzin noch mit Liebe verbrannt.

    • Offizieller Beitrag

    Hallöchen miteinander. Dachte nicht das dieses Thema so die Gemüter erhitzen kann. Ich kann euch aber verstehen. Hab aber eine Bitte, bevor das hier zu heiss und persönlich wird. Es gibt immer mehrere Blickwinkel und mindestens 2 Seiten einer Medaille und bevor das zu einer Generationen Diskussion wird, finden wir vielleicht den Pfad zu den Oldtimern wieder ;)


    Ich möchte keine Diskussion ersticken, solange sie mit gegenseitigem Respekt geführt wird. Gerne könnt ihr im Gasthaus ( OT Bereich ) das in einem separatem Fred weiterdiskutierten.


    Danke

  • Ja jeder sieht das natürlich aus seiner Perspektive.


    Ich bin Bj. 1960 und habe schon als Jugendlicher an Fahrrädern, dann an Motorrädern, dann an Autos geschraubt.

    Meine "Karren" lagen damals so ungefähr in der 1000 DM Klasse, nicht direkt Oldtimer eher alte Gebrauchte.

    Man muss nicht unbedingt reich sein für das Hobby Oldtimer, dann aber Zeit und Lernfähigkeit investieren.

    Ich habe bis heute fast alles selbst an meinen Autos gemacht. Wenn ich ein Auto nicht mehr repariere ist es wirklich "durch".

    Ich kenne sehr wenig junge Leute, die sich das heute noch antun wollen.


    Heute bin ich in der glücklichen Situation, dass Geld eigentlich kein Thema ist, ich habe aber auch nie über meine Verhältnisse gelebt und mehr oder minder clever für den Ruhestand zurückgelegt.


    In meinem Bekanntenkreis ist das größte Problem schlichtweg das Alter.

    Viele meiner Freunde und Bekannten (in meiner Altersklasse oder darüber) haben mehrere, auch hochpreisige Autos.

    Bei den Meisten weiß ich, dass die Kinder kein Interesse haben, außer am materiellen Wert.

    Mit anderen Worten:

    In den nächsten, sagen wir mal, 10 Jahren werden viele Fahrzeuge auf den Markt kommen, weil die Nachfahren sie einfach verscherbeln.

    Das wird zusammen mit der allgemeinen Stimmungslage und Benzinbepreisung sicher zu einem gewissen Preisverfall führen.

    Leider bin ich dann auch zu alt um noch Schnäppchen zu machen.


    Noch ein Beispiel:

    Ich fahre mit meinem Alvis seit mehr als 20 Jahren regelmäßig Veranstaltungen auf dem Nürburgring und "Bergrennen"

    Da sind viele Gesichter und Autos inzwischen verschwunden, weil die Fahrer einfach zu alt geworden sind um in einer eigentlich übermotorisierten Seifenkiste aus den 30-er Jahren über die Nordschleife zu fahren oder einen Berg hoch zu heizen.

    Junge kommen nur sehr wenige nach.

    Bei den Bergrennen gibt es auch einige gar nicht mehr.

    Ein paar stehen auf der Kippe, weil "sie nicht mehr in die Zeit passen", z.B. Roßberg und Bad Hindelang. Da wird die Genehmigung immer schwieriger.


    Ich bin eigentlich zufrieden, wenn ich noch ein paar Jahre so fit bleibe, dass ich meine Oldies, die allesamt keinerlei Fahrassistenten, teilweise nicht mal vollsynchronisierte Getriebe, geschweige denn Bremskraftverstärker oder Servolenkung haben, fahren kann, und Politik und/oder Gesellschaft das Fahren nicht unmöglich oder zumindest sehr schwierig machen.

  • Dann sagt dir bestimmt das Bergrennen Queidersbach was, der Ring ist dann ja auch nicht schrecklich weit weg :) In Queidersbach fährt mein Friseur mit seinem orangenen Golf mit und ist da einer der Jüngeren mit seinen mitte 60.


    Ich denke aber AUCH, dass es durchaus möglich ist, die Szene am Leben zu halten, wenn man den potenziellen nachrückern zeigt, dass es ja garnicht so schwierig ist, so ein auto zu warten und am Laufen zu halten, weil "Aber das ist doch total kompliziert!" ist mit die Hauptantwort die man bekommt, wenn man mit Leuten ins Gespräch über Autos als Hobby kommt. "Da brauchste doch ne ganze Werkstatt und total viel Zeug und Wissen!"


    Begeistert eure Kinder und deren Freunde für Autos, und in dem zusammenhang halt auch natürlicherweise zum Selbermachen, das ist in jedem Fall eine gute Tat. Wer selbst seinen Ölservice machen kann, oder andere Kleinigkeiten selbst richten kann, der spart Geld, Zeit und erhält, was schon produziert ist, auch abseits vom Auto ;-)

  • Da ich traditionell auch Selberschrauber bin, habe ich mal gar keine Berührungsängste meinen Kindern vorzuführen, wie am Auto oder Fahrrad geschraubt wird. Der Kurze hilft inzwischen beim Räder wechseln mit. Aber, da das Auto nach 2 Tagen wieder funktionieren muss, ist es selten den Kindern wirklich mal Schrauben vorzuführen. Da war der Polyriemen letztens schon eine Ausnahme. Ich bin auf das Auto angewiesen, um die Kinder zu holen und zu bringen. Da liegt aber nur ein voller Samstag dazwischen, üblicherweise.


    Mir fehlt vor allem der Platz, sonst hätte ich wohl (wieder) einen 353W stehen, den ich mir wieder aufbaue. Lichtgrau mit Schiebedach, wie mein erstes Auto...

    Hier wird Benzin noch mit Liebe verbrannt.

  • Gekauft habe ich noch keinen Oldtimer, trotzdem besitze ich nun 8 Autos mit Veteranenstatus. Gekauft als Neuwagen oder als jungen Gebrauchten, sind diese Alfa Romeo im Laufe der Jahre in meinen Händen zu Oldtimern geworden. Mein damaliger Traumwagen, eine Alfetta GTV, besitze ich jetzt schon seit 46 Jahren. Die Alfetta, GTV6 und 75er Geschichte kam auch dazu. Anstatt die Fahrzeuge einzutauschen, habe ich die einfach behalten, und so wurden diese Autos, wie auch ich, zu Oldtimern.


    Schuld an dieser Entscheidung war eigentlich mein damaliger Alfa Romeo Händler, der mir beim Kauf der GTV6 nach meiner Meinung einen zu geringen Eintauschwert anrechnen wollte.


    Daher ist mir die momentane Oldtimer Situation auf dem Oldtimer Markt egal, obschon sich auch meine Kinder kaum für Autos oder Oldtimer interessieren.


    Solange ich noch kann und Freude daran habe, werde ich diese Autos mit Freude weiterfahren, was danach kommt, ist mir eigentlich relativ egal, auch was nach der neuen Giulia nun kam, interessiert mich schon gar nicht mehr. Das Thema Alfa Romeo ist bei mir nach fast 50 Jahren durch.

    Denn es warten noch einige interessante Fahrzeuge aus der Zeit der "Neuinterpretation der Marke Alfa Romeo durch FIAT" die erst Youngtimer sind, nachzufolgen.