3D-Printineer stellt sich vor – Ersatzteile erhalten, die es eigentlich nicht mehr gibt

  • Hallo zusammen,


    nachdem eine gute Community davon lebt, dass man weiß, mit wem man es zu tun hat, möchten auch wir uns zunächst einmal vernünftig vorstellen.


    Wir sind 3D-Printineer aus Bayern und teilen mit vielen hier eine Leidenschaft: ältere und besondere Fahrzeuge zu erhalten.


    Angefangen hat bei uns alles mit dem eigenen Fahrzeug und einem eigentlich lächerlich kleinen Problem.

    Ein paar kleine Teile waren defekt beziehungsweise nicht mehr erhältlich. Das Fahrzeug war völlig in Ordnung – aber genau diese unscheinbaren Kunststoffteile machten Schwierigkeiten.

    Also haben wir angefangen, sie selbst zu rekonstruieren.

    Aus einem Teil wurden mehrere, aus den ersten CAD-Modellen immer komplexere Projekte und irgendwann entstand daraus 3D-Printineer.


    Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit Reverse Engineering und der Nachfertigung nicht mehr verfügbarer Fahrzeugteile.

    Dabei nutzen wir je nach Bauteil unter anderem 3D-Scanning, klassische Vermessung, CAD-Konstruktion und verschiedene moderne Fertigungsverfahren.

    Inzwischen konnten wir auf diese Weise bereits Teile für Fahrzeuge verschiedener Hersteller – darunter Audi, BMW, Jaguar und Ferrari – wieder verfügbar machen.


    Was uns dabei besonders wichtig ist:

    Nachfertigung bedeutet für uns nicht einfach Kopieren.


    Viele Originalteile wurden vor 20, 30 oder 40 Jahren unter völlig anderen technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen konstruiert.

    Heute stehen andere Materialien, andere Fertigungsverfahren und ganz andere Möglichkeiten der Konstruktion zur Verfügung.


    Wenn wir ein Bauteil rekonstruieren, versuchen wir deshalb zunächst zu verstehen:


    • Warum ist das Original ausgefallen?
    • Gibt es eine typische Schwachstelle?
    • Kann man sie beseitigen, ohne Funktion, Optik oder Passgenauigkeit zu verändern?


    Unser Ziel ist ein Ersatzteil, das sich möglichst selbstverständlich in das Fahrzeug einfügt – und im Idealfall nicht dieselbe Schwachstelle besitzt wie das ursprüngliche Bauteil.

    Genau deshalb möchten wir auch hier den Kontakt zur Community suchen.

    Denn die interessantesten Projekte entstehen selten am Schreibtisch.

    Sie entstehen durch jemanden, der sagt:


    „Dieses verdammte Teil gibt es einfach nirgendwo mehr.“


    Genau solche Fälle interessieren uns.


    Wenn es bei bestimmten Alfa-Modellen Teile gibt, die regelmäßig brechen, kaum noch erhältlich sind oder inzwischen nur noch gebraucht zu sehr hohen Preisen gehandelt werden, würden wir gerne davon erfahren.


    Wenn ein geeignetes Originalteil als Vorlage vorhanden ist, können wir uns ansehen, ob eine Rekonstruktion technisch und wirtschaftlich sinnvoll möglich ist.


    Besonders wichtig ist uns anschließend die Prüfung direkt am Fahrzeug. Wer uns bei einem solchen Projekt ein Originalteil als Vorlage zur Verfügung stellt, kann deshalb auch bei der Erprobung der Nachfertigung mitwirken und erhält die für dieses Projekt angefertigten Teile von uns selbstverständlich kostenlos.


    Erst wenn Passform und Funktion stimmen, macht eine Nachfertigung für weitere Besitzer überhaupt Sinn.


    Dass daraus anschließend gegebenenfalls ein regulär erhältliches Produkt entsteht, möchten wir ebenfalls ganz offen kommunizieren. Auch wir müssen Entwicklungs- und Fertigungsaufwand finanzieren können.


    Unser Ziel ist aber nicht, irgendwelche Teile möglichst teuer zu verkaufen.

    Unser Ziel ist, dass ein Teil, das heute praktisch verschwunden ist, morgen wieder dauerhaft, reproduzierbar und in vernünftiger Qualität verfügbar ist.


    Und hinter dem Ganzen steckt für uns noch ein weiterer Gedanke:

    Fahrzeuge zu erhalten ist gelebte Nachhaltigkeit.


    Ein Fahrzeug, das seit Jahrzehnten existiert und weiterhin gepflegt, repariert und gefahren wird, verdient es unserer Meinung nach nicht, wegen eines kleinen nicht mehr erhältlichen Bauteils aufgegeben zu werden.


    Wenn unsere Arbeit dazu beiträgt, dass wieder ein Alfa auf der Straße bleibt, haben wir unser Ziel erreicht.


    Uns ist bewusst, dass wir hier als Unternehmen auftreten und dass gewerbliche Angebote im Forum entsprechend geregelt sind.


    Dieser Beitrag soll deshalb ausdrücklich keine Kleinanzeige sein.


    Wir möchten uns zunächst vorstellen, uns fachlich einbringen und herausfinden, wo es innerhalb der Alfa-Community überhaupt Bedarf für sinnvolle Nachfertigungen gibt.

    Sollten konkrete Projekte oder eine Zusammenarbeit mit uns in einen anderen Bereich des Forums gehören, halten wir uns selbstverständlich an die Vorgaben des Teams.


    Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen:


    Welche Alfa-Teile fehlen heute wirklich?


    Viele Grüße aus Bayern

    das Team von 3D-Printineer

  • Moin,


    cooles Projekt.

    "wir uns intensiv mit Reverse Engineering und der Nachfertigung" -> kriegt ihr keine Copyright Probleme? nur mal so nebenbei.

    Aus dem Kopf fallen mir so mehrere Sachen ein die man direkt brauchen kann. angefangen von Plastikzahnrädern bei den Flap Motoren vom 939 Spider zu Sonnenblenden vom 147er zu Ansaugschlauch beim 2.0 TS im 156er. Natürlich je Älter das Auto desto einfacher wird es.


    Welche Materialien verwendet ihr? Weil 3D-Druck hat durchaus Probleme so kann man z.B. kein Unlackkierte Carbonoptik verwenden, der Werkstoff ist ein bisschen wie Glaswolle und kleine Splitter lösen sich.

    Mein Kryptonit ist mein 937 GT, der mit einem 2.0JTS und Selespeed andere echt abschreckt. :P

  • Hallo und willkommen im Forum!


    Ich mache mal den Anfang mit der Baureihe, die mich am meisten begeistert: dem 156 GTA.


    – Schachtleisten außen (alle vier Türen): seit Jahren ersatzlos entfallen

    – Dichtungen der hinteren Fenster: vorne glaube ich noch lieferbar, hinten nicht

    – Türdichtungen am Einstieg: reißen ein und lassen Wasser durch

    – Radhausschalen vorn (GTA-spezifisch): neu weg, gebrauchte praktisch immer eingerissen

    – Kotflügel vorn (GTA-eigene, stärker ausgestellte Teile): neu nicht mehr zu bekommen, gebrauchte meist am Übergang zur Stoßstange durchgerostet. Ob Stahl oder Carbon, wäre mir zweitrangig, Hauptsache, Kontur und Passung stimmen. Interessant wäre zusätzlich eine um ca. 30 mm verbreiterte Version für breitere Felgen an der Vorderachse

    – Streuscheiben für die Xenon-Scheinwerfer

    – Frontschürze, Seitenschweller, Heckschürze: fehlt praktisch alles ;-) gern aus CFK

    – Carbon: Dachhaut, Türen und Motorhaube fände ich persönlich interessant


    Bei allen Anbauteilen bleibt die Frage nach den Teilegutachten bzw. eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Eintragungsfähigkeit ist wünschenswert.



    Viele Grüße

  • Ja Moin von Drucker zu Drucker :D Willkommen bei uns, schön dass Ihr da seid! Für mich natürlich immer interessant Baureihe 939, alles was Ihr an Innenraumteilen, Haltern, Verbindern, etc herstellen könnt, Deckel und Unterseite des Sicherungskastens im Motorraum, Armlehnenfach für den Brera, Notsitzdivider für den Brera, Fensterheberkontrolleinheit Fahrerseitig für Brera, da braucht Ihr nur das Gehäuse reproduzieren bzw verbessern und reproduzieren, dort brechen gerne die Halterungen für die Kippschalter, Einfassung für den Elektronischen Schlüsselgreifer im 159 generell, der bekommt an den dünnen Stellen rechts und unten Risse.

    Interessant wäre zu wissen was euer Druckrepertoire hergibt, habt Ihr erfahrung mit Metallsinterdruck? Könnt Ihr silikon/TPU/TPE drucken? Dann könnt Ihr natürlich auch alle Arten von Dichtungen ins Sortiment aufnehmen, Türen, Fenster, Heckklappen, alles NLA ab Hersteller und wer braucht muss aktuell zum Schlachter.


    Wenn Ihr Pulverbettschmelzen könnt steht euch Tür und Tor offen was Teile angeht, Krümmer, Halterungen im Motorraum, Ansaugtrakte, alles gut zu haben, alles bietet Optimierungspotenzial.