Beiträge von Hasspastor

    Der 939-Plattform gemein sind anfällige Rückleuchten, welche gerne Feuchtigkeit anziehen und diese halten. Zu Beginn gekennzeichnet durch persistent beschlagene Außenlinsen ist es nicht unüblich dass Rückleuchten mit zunehmendem Alter Wasser stauen, was im extremfall so aussehen kann:

    Rücklichtwasser_nachfüllen.jpg

    Wenn es so weit gekommen ist, wird es notwendig, die Heckleuchte zu entwässern und vor erneutem Wassereinbruch zu schützen. Das ist im Handumdrehen zu Hause bei gutem Wetter an einem Nachmittag selbst erledigt, wobei einige spezielle Werkzeuge und Mittel notwendig sind, um diese Arbeit abschließen zu können. Gebraucht wird:


    - 1 10mm Nuss (lang)
    - 1 Verlängerungsadapter für die Umschaltknarre, mindestens 10cm lang

    - 1 Umschaltknarre

    - 2 Wischtücher, eines davon am besten so abgenutzt, dass es danach sorgenfrei in den Abfall wandern kann

    - 1 Schlitzschraubendreher

    - 1 Fläschchen Gummipflege (Sonax o.Ä)

    - 1 Weiche Bürste

    - 1 Feine Flaschenbürste

    - Handbohrer/modellbaubohrer

    - 0,5mm Bohrbit (Holz oder Metallbits sind funktionell, Metallbits sind empfehlenswert, da Sie feiner schneiden)

    - Zeitungspapier als Unterlage

    - Captain Tolley Creeping Crack Cure

    - Desinfektionsspray oder Ethanol in der Pumpflasche
    - Brunox Epoxy nach Bedarf


    Gutes Wetter (Sonnenschein und niedrige Luftfeuchtigkeit sind unabdingbar, wenn keine beheizte und klimatisierte Garage zur Verfügung steht! Steht das Barometer bei ~12°C bei über °70% Luftfeuchtigkeit sind alle Mühen vergebens!!!


    Vorgehen:


    Heckklappe öffnen, Hutablage entfernen. Hierzu die Hängeösen von den Schrauben an der Heckklappe nach Oben schieben, Hutablage herausheben. Drinnen bietet sich dann, vom Fahrgastraum gen Heck gesehen, folgendes Bild:
    reparatur1.jpg

    Die beiden "Schrauben" sind lediglich Metallclips, welche die Abdeckung halten. Die beiden Schrauben u 180° mit dem Schraubendreher nach unten drehen, die Abdeckung Oben nach Innen biegen und herausziehen. Sie ist Unten in der Kofferraumverkleidung mit drei Nasen befestigt, viel kraft ist nicht notwendig.


    reparatur2.jpg


    Danach sehen wir folgendes:

    reparatur3.jpgreparatur4.jpg

    Hinter der Abdeckung sind 3 der vier Schrauben der Heckleuchte sichtbar. Die Vierte befindet sich hinte reinem Drehverschluss am Plastikteil mittig des Kofferraumes. Dieses mit dem Schraubendreher ebenfalls öffnen, die Pfeilsymbole auf dem Drehverschluss sind selbsterklärend. Die vier Schrauben sind eigentlich Bolzen, welche in die Leuchte selbst eingelassen sind. Herauszuschrauben sind die Muttern auf jenen Bolzen. Die Umschaltknarre mit dem Verlängerungsstück und der Langen Nuss beladen. Die lange Nuss ist notwendig, da die Bolzen einiges über die Muttern hervorstehen. Umschaltknarre auf "Lösen" stellen und vorsichtig anfangen die Muttern herunterzudrehen. Das sollte ohne besonderen Kraftaufwand möglich sein und rasch gehen. Hiernach im äußeren der drei unter der Filzabdeckung sichtbaren Löcher (dem großen rechteckigen) den Kabelstecker lösen. Dies kann knifflig sein und braucht etwas Fingerfertigkeit! Aufgrund der Bauform ist es hier kaum möglich ein Bild davon zu zeigen, beim hineinschauen wird aber klar, was wie gelöst werden muss. Der Stecker gliedert sich in drei Teile: Den mit der Leuchte verbundenen Teil, der Kabelbaumteil des Fahrzeuges und die Plastikhalterung. Der Kabelbaumteil des Fahrzeuges hat eine Drucknische, welche man mit dem Finger betätigt, dann den Kabelbaumteil des Fahrzeuges aus dem Steckerteil der Leuchte herausschiebt. Dann den Steckerteil der Leuchte gegen Fahrzeugboden schieben bis es "Klick" macht. Damit schiebt man den Steckerteil aus der Plastikhalterung am Chassis. Vorsichtig sein und nichts abbrechen!

    ACHTUNG! Die Muttern dürfen NICHT zwischen die Chassisbleche fallen, dann sind Sie effektiv unwiederbringlich verloren! Vorsichtig sein, die Knarre mit Nuss vorsichtig nach Unten neigen und die Mutter mit den Fingern festhalten. Magnetische Nüsse sind hier ein großer Vorteil!


    Wenn diese Muttern gelöst sind, kann die Leuchteneinheit einfach nach Außen hin in geradem Zug herausgenommen werden. Dies bietet uns von Außen (idealerweise) folgenden Anblick:

    reparatur5.jpg

    Wenn das so aussieht, dann ist hier keine weitere Aktion notwendig. Feucht abwischen (Desinfektionsspray auf Ethanolbasis ist hier wie üblich wieder hilfreich da es schnell verdunstet und man nicht warten muss).


    Sollte sich folgendes Bild bieten:

    reparatur6.jpg

    War schon einmal jemand hier. Und hat gepfuscht! Silikonreste oder Karosseriedichtmasse sind hier nicht selten! Wenn das der Fall ist, benötigen wir zusätzlich zu den o.G. Dingen:


    - 1 Plastik(!!!)schaber

    - Robustes Waschtuch

    - Waschbenzin


    Dies wird die Arbeitszeit DEUTLICH erhöhen!


    Zunächst die ganze Leuchtenaussparung mit einem mit Waschbenzin angefeuchteten Tuch auswischen. Jetzt ist Ausdauer gefragt: Mit dem Plastikschaber und Fingerspitzengefühl das Silikon bzw. die Dichtmasse behutsam vom Lack trennen. Extreme Vorsicht ist NICHT notwendig, aber keine Schruppscheiben oder dergleichen verwenden!! Bis auf den Lack sauber herunterarbeiten! Mit dem Waschbenzin lässt sich das Silikon bzw. die Dichtmasse tränken ohne dass der Lack angegriffen wird, das macht das Silikon trocken und einfacher lösbar.


    Wenn das geschaft ist, mit einem feuchten Tuch nachwischen und abtrocknen lassen. Wenn jetzt Kratzer sichtbar werden, ich konnte insbesondere an den Löchern für die Leuchtengehäusebolzen einige Macken finden, kann man Diese fix mit Brunox Epoxy einsprühen, um auf Nummer Sicher zu gehen dass kein Rost auch nur den Hauch einer Chance verspürt. Ablüftzeit hier etwa 45 minuten bis Anderthalb Stunden, bei direkter Sonne kann ab 45 Minuten Wartezeit weitergearbeitet werden.


    In allen Fällen ist jetzt die Rückleuchte fällig. Hier ist mit dem Handbohrer eine kleine Operation notwendig: Die Leuchte muss am tiefsten Punkt des "Tränensackes" angebohrt werden. Dies sollte in der Falz zwischen Plexiglas und Grauem Leuchtengehäuse geschehen, dann ist die Bohrung effektiv unsichtbar!


    reparatur7.jpg

    Der Blaue Pfeil zeigt, wo Ich die Bohrung gesetzt habe. Je nach "Füllstand" kommt hier einiges an Wasser herausgetropft, also abwarten und austropfen lassen. Nur so tief bohren, bis es anfängt zu tropfen! Dann ist die Bohrung wirklich nicht auszumachen und stört die Optik nicht.

    Dieses Bohrloch wird NICHT wieder verschlossen, es dient dem Luftaustausch innerhalb des Leuchtengehäuses! Es kann über dieses Loch kein Wasser direkt ins Gehäuse zurück eindringen!


    Jetzt die Leuchte "auseinanderbauen". Oben auf der Leuchte ist die Plastikabdeckung (Im kommenden Bild mit Blau eingekreist) befestigt. Sie sitzt in Drei Plastikcliphaltern. Vorsichtig entfernen.

    reparatur8.jpg


    Wenn dies getan ist, beginnt die eigentliche Arbeit: Die Falz zwischen Außenglas und Gehäuse ist zu 90% der Urheber der Feuchtigkeitsprobleme. In diese Falz wird nun Captain Tolleys Creeping Crack Cure hineingeträufelt. Die Flaschenspitze ist fein genug um präzise Tropfenweise in diesen Spalt hineinzunavigieren. Die milchige Flüssigkeit in einem zusammenhängenden Strich in diesen Spalt träufeln, die Leuchte gerade hinlegen und nun 30 bis 40 Minuten warten. Nach dem Hineinträufeln beobachten!! Die Flüssigkeit sucht sich jede Ritze und jeden Spalt, egal wie Klein, und läuft hinein. Dort, wo Sie nach 1-2 Minuten schon verschwunden ist, ist mit Sicherheit ein Leck. Die Stelle Merken und nach der Wartezeit erneut behandeln.

    Die Lecksuche ist abgeschlossen, wenn sich die Flüssigkeit nichtmehr in Ritzen verkriecht, also im Spalt gut sichtbar stehen bleibt. Nach 40 Minuten ist die Flüssigkeit grifffest ausgehärtet und man kann mit dem Wiedereinbau der Leuchte beginnen. Sollte etwas danebengehen, die Flüssgkeit mit einem feuchten Lappen umgehend (!) abwischen. Hier ist der Wegwerflappen hilfreich, die Flüssigkeit ist Acryl und verklebt den Lappen.


    reparatur9.jpg

    Der gute Stoff!


    Jetzt kann wieder zusammengebaut werden, aber es ist ein weiterer Schritt empfehlenswert!

    Die Rückseite der Leuchten wird mit einer Schaumgummidichtung gegen die Karosserie abgeschirmt. Diese Dichtung ist über Pflege immer glücklich und wird mit längerer Standzeit und Dichtigkeit glänzen. Die Dichtung allseitig vom Rand der Leuchte etwas anheben und großzügig mit Gummipfleger einpinseln. Gut einmassieren, gut verteilen. Ich nutze Sonax Gummipflege, weil Sie lokal günstig zu bekommen ist, Marke spielt hier aber keine Rolle.


    reparatur10.jpg

    Ebenfalls guter Stoff!


    5 minuten warten bis die Gummipflege tief ins Material eingezogen ist, dann alles wieder verbauen.


    Beim Verbauen darauf achten, die Muttern auf den Stehbolzen der Rückleuchten nicht festzuziehen wie Hulk, denn damit kann man die Stehbolzen sehr einfach aus dem Leuchtengehäuse reißen. Falls das passiert, mit teilflexibilisiertem Cyanacrylat Sekundenklebstoff (den wir ja noch von unserer Reparatur an den Fensterhebern übrig haben!) die Bolzen einschmieren (großzügig!) und mit dem groben Gewinde wieder in ihr Löchlein drehen.


    Die Leuchten sind natürlich wieder mit den Steckern mit dem Rest des Fahrzeuges zu verbinden! Filzabdeckungen wieder anbringen, Hutablage wieder einhängen, fertig.


    Dies sollte den feuchten Heckleuchten bei der 939 Baureihe dauerhafte Abhilfe schaffen.



    Die Captain Tolleys Behandlung ist auch bei frisch gekauften und noch nicht verbauten Rückleuchten möglich und sollte theoretisch dem Wassereinbruch vorbeugen.

    Holgern


    Wortart: Starkes Verb

    Aussprache: (HOL-gern)


    Rechtschreibung: Hol|gern


    Bedeutung(en): Mit Inbrunst und Barschheit einen Standpunkt (idr. veraltet) vertreten, wobei bestimmte kosenamenartig verwendete Ausdrücke Anwendung finden (Vgl. Eintrag: Stümperlantis). Auslassungspunkte (Vgl. Eintrag: Ellipse) werden häufig verwendet.

    Beispiele:

    -STÜMPERRLANTIS will nur nochmal den Markt abgreifen...so viel Geld wie möglich...

    -was für ein Kindergarten...noch den Winter im Kopf?

    -[U]nd Du armseliger Typ... der nur andere beleidigen kann, troll Dich[,] außer Deinen Zitierungen bekommst Du auch nichts hin[!]

    -[S]o lange dieser Laden so stümperhaft geführt wird... so lange werde ich so schreiben...

    Heute diesem Magneti Marelli mal gezeigt wie das geht mit dichten Rückleuchten für den 939! Vaffanculo wie kann man nur! Captain Tolleys Lecksuchmittel hat sich auf jeden fall super angewendet, ob/wie gut das jetzt alles dicht hält bleibt abzuwarten. Ich werde aber evtl heute Abend ein Tutorial machen, wie mit dem Fensterheberschalter, falls jemand nachmachen mag.

    PS: Wer Küchensilikon mit Karosseriedichtmasse mischt und wahllos aufs auto unter Bauteile klatscht gehört Ersch*ssn! 3 Stunden lang nur Silikon das nicht notwendig war vom Auto gezogen, ich hasse Leute die nicht ordendlich arbeiten! Referenziert mein Profilbild für eine adäquate Reaktion.

    Die SUV-ification ist unerträglich, hängt aber mit dem US markt und seinen Regularien zusammen, bevor hier wieder darüber geschimpft wird. In den USA werden SUVs analog zu Arbeitsfahrzeugen (Etwa Farmtrucks oder Baustellenfahrzeugen) behandelt und sind daher in der Emissionsklasse weniger streng reguliert. Deswegen werden Fahrzeuge zu SUVs, da man dann mehr Freiheiten hat was Motorisierung angeht.

    Find ich das gut? Ne, absolut nicht. Aber der US Markt ist halt schon groß und kaufkräftig.

    Heute meinen Fensterheberschalter auf die lange Reise nach England zu George Workman von https://working-design.co.uk/ geschickt, weil der die Leiterplatine wieder richten kann. Habe aus dem englischen Alfaowners forum genug positives gehört über Ihn um der Sache zu vertrauen, Kommunikation mit Ihm bisher absolut reibungslos.

    Ich werde berichten, wie es läuft und dann mein Reparaturtutorial zum Fensterheberschalter entsprechend ergänzen.


    Heute ist außerdem endlich die dauerhafte Lösung für die Rücklichtprobleme beim Brera in der Post gekommen: Captain Tolleys creeping crack cure! Auch aus dem Alfaowners forum aufgeschnappt, eigentlich aus dem bootsbereich, ein sehr dünnflüssiges und flexibles Acryldichtmittel zur Lecksuche und -reparatur.

    So wie es das Wetter zulässt werde ich beide Rückleuchten ausbauen und entsprechend verarzten, auch dazu wird es ein tutorialpost geben. Was ich bisher aus dem Alfaowners dazu gesehen habe, langzeiterfahrungsberichte (10 jahre und mehr) scheint das die einzige dauerhafte Lösung für die Rückleuchten zu sein. Ich werde Meldung machen!

    Sie haben einen Brera und ihr Fensterheber auf der Fahrerseite spielt nichtmehr mit? Die Betätigung ist schwierig, die Schalter sind schief, eventuell locker? Ein normales Problem, leider bauartbedingt! Aber: mit ein wenig Handwerksgeschick, einfachen Werkzeugen und ein bisschen Zeit ist es selbst behebbar!


    Was wir brauchen:
    -Innenraumwerkzeug (Aus Plastik bevorzugt)

    -1 Schraubendreher mit Torx Bit (T10)

    -1 Scharfes Messer (Cuttermesser, Bastelmesser mit Wechselklinge ist hier ideal)

    -1 Metallfeile

    -1 Schlosserhammer

    -1 Gaslötlampe

    -1 Metallbügelsäge

    -1 Bohrer für Metall, 2mm Lochgröße

    -1 Fläschchen Cyanacrylat-Sekundenkleber Teilflexibilisiert (Dies ist WICHTIG! Normaler nicht flexibilisierter Sekundenkleber wird bei den Temperaturunterschieden im Fahrzeuginnenraum im Jahresverlauf brüchig!)

    - 2mm Stahlstifte (je 18mm Länge. Können z.B. aus Nägeln gefertigt werden)

    - 10mm Durchmesser Kupferrohr (Benötigte Endlänge ist etwa 20mm, mindestens 20cm Rohrlänge sind aber von Vorteil, da das Rohr bearbeitet werden muss und ein längeres Rohr einen sicheren Griff zulässt)

    -Eventuell ein Wattestäbchen und Desinfektionsmittel (Pumpspray) zur Reinigung

    -Etwa 2 Stunden Zeit


    Schritt 1: Ausbau der Schaltereinheit.

    Bei der Baureihe 939 ist die Fensterhebereinheit nicht verschraubt, sondern nur mit 4 Metallclips in der Türkarte befestigt. Hier mit den Innenraumwerkzeugen unter die Pins fahren und die Einheit vorsichtig herausziehen. Keine Gewalt anwenden, die Einheit ist mit einem Kipphebelstecker am Kabelbaum befestigt! Dies ist ohne weiteres möglich, ein Abklemmen der Batterie ist NICHT erforderlich. Auch ohne Schaltereinheit ist die Rahmenlose Fenstersicherung funktionsfähig. (Sollte diese NICHT funktionsfähig sein, liegt eine Störung im Steuergerät des Fensterhebers vor, NICHT in der Schaltereinheit!)
    pasted-from-clipboard.png


    Schritt 2: Öffnen der Schaltereinheit
    Die Schaltereinheit ist mit 8 Plastiknasen in Ober- und Unterteil unterteilt sowie mit 3 T10 Torx-Schrauben verbunden. Die Schrauben lösen. Die Nasen sitzen Vorne und Hinten mittig der Einheit, Links und Rechts vor, hinter und zwischen den Metallclips.

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    Schritt 3: Zerlegen der Schaltereinheit.
    So wie die Schaltereinheit geöffnet ist, kann Sie weiter zerlegt werden. Im Oberen Teil befinden sich die Drückerstäbe der Fensterheberschalter sowie der Spiegelverstelleinheit. Diese sind nicht mit der Einheit verbunden, wird das Oberteil umgedreht, so sollten Sie frei herausrutschen. Tun Sie das nicht, müssen Sie herausgezogen und sowohl die Drückerstäbe als auch ihre entsprechenden Schächte gereinigt werden. Hierfür ist Desinfektionsspray mit Alkohol empfehlenswert, da es das Plastik nicht angreift aber Schmutz effektiv entfernt. Die zerlegte Einheit sollte dann so aussehen: pasted-from-clipboard.png


    Schritt 4: Bearbeitung der Schalterhalterung

    Die Kipphebelschalter sind am Oberteil des Gehäuses durch zwei mittig des Schalters liegende Plastiknasen mit dem Gehäuse verbunden. Diese Nasen sind sehr zerbrechlich und brechen mit der Zeit ab, was Kern des Fensterheberproblemes ist. Die Kipphebelschalter können, falls Sie noch mit dem gehäuse verbunden sind, jetzt mit dem innenraumwerkzeug und etwas Kraft von Ihren Halternasen gelöst werden. hierbei vorsichtig sein und nicht die Schalter zerbrechen.
    Jetzt kommt der Schlosserhammer und das Kupferrohr ins Spiel: Rohr, Lötlampe und Hammer zur Hand nehmen und eine Bearbeitungsunterlage herbeiholen, idealerweise einen kleinen Amboss, die flache Rückseite eines Schraubstockes eignet sich hierzu aber auch. Das Kupferrohr jetzt mit der Lötlampe enthärten/anglühen. Unter behutsamem Drehen das Kupfer in die Lampe halten, bis es die Farbe wechselt. Wenn das Kupfer sehr stumpf dunkel glüht, hat es eine Temperatur von 500-600°C erreicht und kann an der Luft abgekühlt werden. Dies kann etwa 5 minuten dauern. So wie das Stück handwarm ist, kann es mit dem Schlosserhammer und etwas Fingerspitzengefühl vorsichtig vom Runden ins Eckige überführt werden. Hierzu mit sanften Schlägen das Rohr immer wieder um 90° wenden. Schlag - Wenden - Schlag - Wenden - Schlag - Wenden, und so weiter. Darauf achten, dass die Eckige Form rechtwinklig ist. Es kann helfen auf das Griffstück des Rohres mit Edding eine Markierung zu setzen um die 90°-Drehung besser einschätzen zu können, Gelernte Schmiede oder Metallbauer sollten dies aber "aus dem Handgelenk" beherrschen; Es ist keine schwierige Fähigkeit.
    Hier jetzt das Oberteil mit den Kipphebelschaltersitzen zur Hand haben, denn das Rohrstück muss sauber angepasst werden. Es sollte sich von Oben in den zentralen Schacht (vgl. Bild hierunter) einführen lassen, so dass es zugleich fest sitzt, als auch nicht nach Unten in Richtung Leiterplatte übersteht:
    pasted-from-clipboard.png    pasted-from-clipboard.png

    In etwa so. Überstand Oben. Diese Form habe ich als ungelernter Metallbauer mit minimalster Metallbearbeitungserfahrung in etwa 10 Minuten erarbeitet.
    Das Teil entsprechend mit der Bügelsäge absägen. Darauf achten: mehr Überstand ist einfacher handhabbar, wer zu kurz absägt, der muss nochmal hämmern. Wenn alles sitzt, mit dem Teilflexibilisierten Sekundenkleber das ganze einzementieren. Danach etwas Geduld: Der Kleber braucht etwas zum aushärten und sollte vor dem weiterverarbeiten auch mindestens handfest sein, also nichtmehr klebrig oder weich.


    Schritt 4: Bohr Do!
    Jetzt ist mit etwas Augenmaß mit dem 2mm Bohrer das Loch durch unseren neu eingezimmerten Halter bohren.

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    Dieses Loch habe ich mit einem Modellbau-Handbohrer gebohrt, das ist etwas zeitaufwändiger aber es ist dafür auch genauer. Durch die beiden Löcher (Durch beide Seiten des Kupferrohres bohren!) sollte jetzt in gerader Linie die Pin-nase des Kipphebelschalters nebenan zu sehen sein, das ist wichtig! Passt das nicht, ist später der Kippweg der Schalter zu kurz oder lang und der Kontakt auf der Leiterplatte schließt entweder nichtmehr oder dauerhaft!)


    Schritt 5: Anformen

    Dieser Schritt ist der langwierigste. Jetzt ist mit der Metalfeile das überstehende Ende des Kupferrohres abzufeilen. Hierbei den Kipphebel immer zur Hand haben, um regelmäßig zu schauen, wie er passt. Durch die Löcher des Kipphebels und des Kupferrohres soll bündig und sauber der 2mm Stahlstift hindurchzuschieben sein. Die Oberseite des Kupferrohres ist hierbei etwas abzurunden, damit der Kipphebel sauber kippt. Dies ist ein bisschen Versuch und Irrtum und kann einige Zeit dauern.
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    So sah dann mein Endergebnis aus. Durch die Gebohrten Löcher ist der Befestigungspin des Kipphebels für die Beifahrerseite glatt sichtbar wie durch das Absehen eines Gewehres. Die Ränder der gegenüberliegenden Wand des Kupferrohres sind ringsum in gleichem Abstand sichtbar, mittig im Loch die Nase des Kipphebels der Beifahrerseite.


    Jetzt mittels Metallstift den Kipphebel auf der präparierten Halterung befestigen.

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    Dieser Stift durch dieses Loch. Der sitz sollte relativ fest sein, aber der Kipphebel bewegt sich frei.


    Schritt 5: Alles wieder zusammenbauen.

    Das ganze Ding jetzt wieder zusammenbauen. Hierbei wird die ganze Schaltereinheit auf den Kopf gedreht, damit die Drückerstäbe nicht aus ihren Führungen rutschen. Der Zusammenbau ist die Rückabwicklung des Auseinanderbaues. Danach alle Schalter auf Funktionalität und Haptik prüfen. Es kann sein, dass am neuen Kipphebelsitz etwas nachgefeilt werden muss, dies wird sich hier offenbaren.


    Die Einheit kann dann wieder am Fahrzeug angeschlossen werden. Vor dem Verpressen der Einheit in ihren vorgesehenen Sitz unbedingt Zündung einschalten und Funktionaltiät aller Schalter überprüfen.

    Grrrr seit drei Tagen will ich wieder an meinen Fensterheberschalter und es reeeeegnet jeden Tag von Morgens früh bis in die Nacht!

    Heute ganze 15 Minuten Regenpause, die habe ich genutzt um mal eine Tiefenbegutachtung durchzuführen, ob Wasser irgendwo reinkommt: Innen alles trocken wie am ersten Tage! Was nicht trocken ist, sondern sozusagen das genaue gegenteil: Das linke Rücklicht. Wenns noch n Tag regnet kann ich Goldfische drin halten :AlfaFahne:


    Aber auch hier wird Abhilfe geschaffen. Im Englischen Alfaowners forum gibt es einen, der nichts macht außer Rücklichter, Skyviewdächer und zierleisten abdichten, der hat zu allem eine Handreichung geschrieben wie man es macht. Vorhin eine Flasche Captain Tolley's bestellt, so wie es irgendwann mal nichtmehr Monsoon-saison ist, wird das Rücklicht ausgebaut, trocken gelegt und _richtig_ abgedichtet, denn schon Konrad Adenauer sagte damals: KEINE EXPERIMENTE!

    Das Wort zum Donnerstag, ich empfehle mich :sgt-salutier:


    PS: Ganz vergessen zu erwähnen: Meine Fensterheber Reparaturaktion ist schief gegangen weil ???? aber(!!!!) wenn das mit dem Rücklicht funktioniert mach ich ein Tutorial. Für die Fensterheber hab ich auch bilder, baller ich mal fix in einen eigenen Faden, nach George Workman (workingdesign besitzer aus UK, macht Fensterheberschalter wieder ganz, auch PCBs) war mein Versuch eigentlich gut.

    Sag das aber nicht Holger sonst gehts hier wieder rund :D

    On topic, die Frage was mit dem alten Opelwerk in Lautern letzt passiert, weil für ACC wurde dort einiges plattgemacht an Hallen (gutes Drittel des Bestandes, meines Wissens nach hat das auch die Motorenaufbereitung und damit das ganze Knowhow in dieser Sparte gekostet).

    Man überlegt mit CATL LFP Akkus zu kriegen, ob das dann nach Lautern kommt? Fraglich.

    (Un)lustigerweise war das schon ende 2024 effektiv beschlossene Sache, meine Mutter hat bei Opel gearbeitet, ist ende 24 in Rente, da war schon Klar: Das Werk wird zu 99% nicht kommen, Stadt ist nicht entgegenkommend, Land ebenfalls nicht, zu viele Auflagen, zu viel Reinreden, zu teurer Standort. Als wenn es in der Stadt des Gusswerkes und Pfaffs nicht sowieso an Zukunftstechnologien und Sektoren mangelt, nein die Uni, Fraunhofer und Max Planck Institut hieven den laden hier auch nicht aus der Patsche :| Jippie!