Zahnriemenwechsel am 1.6 TS Eco

  • Hallo Freunde,


    gestern habe ich meine Neuerwerbung angemeldet und da der letzte Zahnriemenwechsel vor 90.000 km vorgenommen wurde, ist es höchste Zeit für einen Austausch.

    Also ging es heute morgen gleich an die Arbeit:



    Die Zahnriemenabdeckung wurde entfernt:



    Danach wurde zunächst die Kunststoffabdeckung...




    ... und danach die Zündspuleneinheit ausgebaut und beiseite gelegt:



    Nach Abbau des Ventildeckels....



    ... konnte ein prüfender Blick auf die Nockenwellen geworfen werden:



    Besonders sauber sieht das ganze nicht aus. Hier scheint in der Vergangenheit doch mit Ölwechseln gespart worden zu sein.


    Bei näherem Hinsehen erkennt man noch mehr Unschönes (Auslassnockenwelle Zylinder 3, fast bis zum Grundkreis verschlissen).


    Für heute ist Schluss, morgen werden beide Wellen ausgebaut und ich suche schon mal nach Ersatz.


    Bis dann

    Sven

  • Guten Morgen,


    hier noch mal genauere Fotos der verschlissenen Nocken.


    Einlass Zylinder 2:




    und Auslass Zylinder 3:




    So etwas habe ich das letzte mal in den 80ern bei einem Opel gesehen...


    Kopfschüttelnde Grüße


    Sven

  • Ja, ist bei meinem Land Rover auch fast so: 1/2"- Schlüssel, Rohrzange und Hammer reichen für die meisten Sachen aus ;)


    Aber hier beim Alfa lauerte gleich die nächste Überraschung: Das Blockierwerkzeug für die Nockenwellen passt nicht!

    BGS Art. Nr. 9268, also für 1.6 Eco


    Motor habe ich mit Messuhr genau auf Zünd- OT gestellt, sowohl auf die Einlassnocken des 2. Zylinders, als auch auf die Auslassnocken des 3. Zylinders lassen sich die Blockierblöcke nicht aufsetzen.

    OK, vielleicht sollen sie ja beim Gaswechsel- OT auf Einlass Zyl. 3 und Auslass Zyl. 2 gesetzt werden, doch auch dies passt nicht.


    Die Steuerzeiten an Zylinder 1 habe ich mit einer Gradscheibe geprüft, hier ist alles in Ordnung.


    Wahrscheinlich ist das Werkzeug fehlerhaft gefertigt worden, die Lage der Bohrungen scheint nicht in Ordnung zu sein.

    Zum Vergleich mal ein Foto meines BGS- Werkzeugs:



    und das eines anderen Anbieters:



    Die unterschiedliche Lage der Bohrungen ist gut zu erkennen.


    Ich werde das BGS- Zeug wieder zurücksenden und versuche mal, das passende Werkzeug aufzutreiben.



    Gruß Sven

  • So, ich habe dann erst einmal vernünftiges Blockierwerkzeug und 2 neue Nockenwellen geordert.


    Sobald das alles geliefert wurde, geht es weiter mit der Instandsetzung. Und darüber wird natürlich auch hier weiter berichtet.


    Bis demnächst also.


    Beste Grüße Sven

  • Oha, dann mal viel Erfolg.

    das Arretierungswerkzeug beim 1,6er Eco und beim 1,4er TS vom 145/146 ist gleich, das vom normalen 1,6er passt nicht, wahrscheinlich hast Du das von BGS trotz Zusatz Eco bekommen...damals in der freien Werkstatt beim 1,6er Eco meiner Frau hatten die auch eine Kiste mit allen möglichen Arretierungsblöcken, keiner hatte gepasst, dann wurde gegoogelt und festgestellt, das bei den Blöcken vom 1,4er noch die Ergänzung 1,6 Eco gefehlt hat. Diese wurden dann genommen, haben perfekt gepasst und der Motor lief sauber danach :like:

    LG

    Daniel

  • Hallo Daniel,


    das hört sich gut an! Inzwischen sind auch die passenden Arretierungsblöcke angekommen, diese passen auch vernünftig.


    So langsam trudeln die bestellten Ersatzteile ein, es fehlen nur noch die Wellendichtringe und die Ventildeckeldichtung:



    Fortsetzung folgt...

  • Die Nocken sind nitriergehärtet, die Lagerstellen nicht (ergibt da ja auch keinen Sinn, da sie in den weichen Aluminium- Lagern laufen).



    Heute konnte es übrigens weitergehen!


    Der Motor wurde auf OT gedreht und dabei habe ich vorsichtshalber geprüft, ob die Blockierwerkzeuge vernünftig passen.

    Diesmal sitzen sie gut, allerdings ist die Einlassnockenwelle etwas aus dem Kurs. Sowohl an den Nockenwellenrädern, am Kurbelwellenrad und an den umliegenden Gehäuseteilen findet sich ein wildes Durcheinander von Markierungen. Es wird also wirklich Zeit, dass dieser Motor mal wieder vernünftig eingestellt wird...


    Die alten Nockenwellen und Hydrostößel wurden ausgebaut:



    Auch die Stirnseite des Motors wurde nach Ablassen des Kühlwassers von Wasserpumpe, Umlenkrolle und Spannrolle befreit:



    Die Neuteile wurden eingebaut. Die Verschraubung der Wasserpumpe wurde mit Gewindedichtmittel eingesetzt.



    Eigentlich hätte ich bei dieser Gelegenheit gleich den Nockenwellensensor vorsorglich tauschen können, so gut komme ich da nicht wieder ran...

    Vielleicht hält er ja noch bis zum nächsten Riementausch.


    Fortsetzung folgt...

  • Nachdem ich zunächst die Ölkanäle der Nockenwellenlager und Stößelführungen gründlich gespült habe wurden die neuen Hydrostößel eingesetzt...



    Die neuen Nockenwellen wurden in ihrer ungefähren OT- Position aufgelegt und die Lagerböcke gleichmäßig angezogen.



    Die Nockenwellenräder wurden dann auch schon mal montiert:



    Mit dem Auflegen des Zahnriemens geht es dann morgen weiter.


    Bis dann grüßt euch


    der Sven

  • So, Freunde,


    heute morgen ging es weiter. Die Kurbelwelle wurde mit der Messuhr auf OT gestellt und die Nockenwellen so ausgerichtet, dass die Blockierwerkzeuge passgenau aufgesetzt werden konnten.


    Einlassseite


    und Auslassseite:


    Der Zahnriemen wurde so aufgesetzt, dass die Hilfsmarkierungen mit den Kerben in beiden Nockenwellenrädern und dem Kurbelwellenrad übereinstimmen:




    Dann wurde der Riemen zunächst maximal gespannt...



    ... die Verschraubungen der beiden Nockenwellenräder endgültig angezogen, die Blockierblöcke gegen die Nockenwellenlager getauscht und der Motor zweimal durchgedreht.


    Anschließend wurde die Normalspannung eingestellt und die Steuerzeiten ein weiteres mal geprüft.


    Assembly is the reverse of removal, wie das in meinen englischen Werkstatthandbüchern lapidar heißt. Also alles wieder zusammenbauen:


    Zündkerzen, Ventildeckel und Zündgeschirr:



    Und natürlich sämtliche Kunststoffabdeckungen und der Rippenriemen:



    Kühlwasser auffüllen, Batterie anschließen, tief durchatmen und den Motor mit dem Anlasser bei abgezogenem Kraftstoffpumpenrelais durchdrehen.

    So wird schon mal Öldruck aufgebaut. Dann Relais rein und der erste Startversuch gelingt, der Motor klingt, bis auf ein später verschwindendes Hydrotickern unverdächtig.


    Nach einer 20-minütigen Probefahrt folgte noch ein Ölwechsel mit Filter, beides wird nach der Einlaufphase der neuen Nockenwellen nach ca. 500 km ein weiteres Mal gewechselt.


    Während dieser Einlaufphase vermeide ich Vollast, Schiebebetrieb und halte die Drehzahl unter 3000 rpm.


    Dass war's soweit, jetzt wird erst einmal gefahren!


    Beste Grüße


    Sven