Alfa Romeo GTA erneut als „Klassiker des Jahres“ ausgezeichnet
- Beim Wettbewerb des Magazins „Motor Klassik“ gewinnt die Leichtbau-Variante der Alfa Romeo Giulia zum zweiten Mal die Kategorie „Italienische Klassiker“.
- Basis für den Rennsport: In geringen Stückzahlen gebauter Alfa Romeo GTA wurde als sogenanntes Homologationsmodell entwickelt.
- Sechs Titel in der Europameisterschaft: Der Alfa Romeo GTA zählte in den 1960er-Jahren zu den erfolgreichsten Tourenwagen.
In den 1960er-Jahren gewann der Alfa Romeo GTA zweimal in Folge die Tourenwagen-Europameisterschaft. Ein ähnlicher Erfolg gelang dem legendären Coupé jetzt bei der Wahl zum „Klassiker des Jahres“: Wie schon im Vorjahr zeichnete das Oldtimer-Magazin „Motor Klassik“ den Alfa Romeo GTA als Sieger der Kategorie „Italienische Klassiker“ aus.
„In den zurückliegenden vier Jahren hat Alfa Romeo mit den Ikonen GTV6 und GTA insgesamt drei Siege bei den ‚Motor Klassik Awards‘ gefeiert. Diese Erfolge unterstreichen die Begeisterung der deutschen Fans für unsere klassischen Automobile. Ein großes Dankeschön geht an die Leserinnen und Leser des „Motor Klassik“-Magazins.“
Am Wettbewerb „Motor Klassik Award 2026“ beteiligten sich rund 17.000 Leserinnen und Leser. Sie gaben ihre Stimmen in 20 Kategorien ab. Bei den „Italienischen Klassikern“ setzte sich der Alfa Romeo GTA mit einem Stimmenanteil von 34,2 Prozent gegen Mitbewerber unter anderem der Marken Ferrari und Lamborghini durch.
Alfa Romeo GTA – das A steht für Leichtbau
Das 1965 auf dem Autosalon in Amsterdam präsentierte Modell, mit vollem Namen Alfa Romeo Giulia Sprint 1600 GTA, basierte auf der Coupé-Version Sprint GT der Giulia. Allerdings wurde die Karosserie statt aus Stahlblech nahezu komplett aus Leichtmetall gefertigt, wodurch das Gewicht um mehr als 200 Kilogramm reduziert werden konnte. Und so steht das ‚A‘ in der Typenbezeichnung für ‚alleggerita‘, italienisch für ‚erleichtert‘. Auch der Motor verfügte mit zwei Zündkerzen pro Zylinder ein spezielles Layout. Hintergrund war die Strategie, mit dem Alfa Romeo GTA ein sogenanntes Homologationsmodell für den Einsatz im Motorsport zu entwickeln.
Autodelta, die Motorsportabteilung von Alfa Romeo, hatte besonders die Langstreckenrennen im Fokus. Die über 500 oder 1.000 Kilometer gehenden Europameisterschaftsläufe auf dem Nürburgring, in Monza, Brands Hatch oder Zandvoort lockten in dieser Ära Hunderttausende von Fans an. Entsprechend groß war das Interesse aller namhaften Marken.
Modelle, die im Tourenwagen-Rennsport eingesetzt werden sollten, mussten laut Reglement auf einem Serienfahrzeug basieren, das nur in engen Grenzen modifiziert werden durfte. Beim Alfa Romeo GTA wurde bereits die Karosserie der Straßenversion weitgehend aus Peraluman, eine Aluminium-Magnesium-Zink-Mangan-Legierung, gefertigt – Türen und Motorhaube sowie alle nicht tragenden Teile der Karosserie aus Aluminium, nur Bodenblech und Dachsäulen noch aus Stahlblech. Für die hinteren und seitlichen Scheiben wurde leichtes Plexiglas verwendet.
Auch der 1,6-Liter-Motor wurde stark überarbeitet. Der Block bestand ohnehin aus Aluminium. Ölwanne, Motorstirnwanddeckel, Ventildeckel, Getriebeglocke und hinterer Getriebedeckel wurden nun aus der Magnesium-Legierung Elektron gegossen. Bestückt mit Doppelzündung und zwei 45er Weber-Doppelvergasern leistete der berühmte „Doppel-Nocker“ für die Zeit beeindruckende 115 PS.
Optisch ist der GTA durch die zusätzlichen Lufteinlässe in der Front, die Türgriffe in Form leichter Aluminiumschlaufen, Magnesium-Felgen von Campagnolo, die offensichtlichen Nieten der Karosseriebefestigung, Sportlenkrad und durch Aufkleber mit dem Glücksbringer Quadrifoglio (vierblättriges Kleeblatt) zu erkennen. Zur Wahl standen ab Werk nur zwei Karosseriefarben: rot und weiß.
Mit auf mehr als 170 PS gesteigerter Motorleistung war der Alfa Romeo GTA in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre das dominierende Fahrzeug in der 1,6-Liter-Klasse. Werksfahrer Andrea de Adamich (Italien) wurde 1966 und 1967 Europameister, 1969 wurde Spartaco Dini (Italien) Champion. Alfa Romeo gewann in diesen Jahren auch den Markentitel. Außerdem feierte der Alfa Romeo GTA unzählige Siege bei nationalen Meisterschaften, Bergrennen und sogar Rallyes.
In Deutschland kostete der nur etwa 500 Mal gebaute Alfa Romeo Giulia Sprint 1600 GTA im Jahr 1965 rund 21.500 Mark und zählt damit zu den teuersten Serienfahrzeugen. Heute gehört das Leichtmetall-Coupé zu den gesuchten Oldtimer-Raritäten. In den seltenen Fällen, in denen ein Exemplar angeboten wird, liegt der Preis meist jenseits von 200.000 Euro.
Quelle : Stellantis / Alfa Media