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Alfetta GTV V6 - Fieber
Noch liegt sie in Einzelstücken danieder, seine Alfetta GTV V6.
Er hat ihre Komponenten bis auf jede Schraube seziert, jedes Bauteil gepflegt
und obendrein verfeinert, und manche Bauteile hat er schon wieder akribisch zu Komponenten montiert.
Dabei hat ihn unlängst ein Headhunter im Auftrag der NASA aufgehalten,
er möchte doch bitte die QC bei ihnen gestalten.
Nein, habe er geantwortet, so berichtete völlig konsterniert der Headhunter,
er möchte bald auf Asphalt rollen, Bremsen und Reifen verschleißen, nein! dem Mond wolle er sich nicht hingeben.
Aber er merkt jetzt, das ihm mit jedem Fortschritt bei der Fertig-, Entschuldigung!,
Perfektstellung, die Arbeit, Entschuldigung!, die Hingabe an sein Herzensprojekt
schwerer fällt, er bekommt recht schnell schwitzige Hände und Schweißperlen rennen ihm von der Stirn in die Augen.
Ein Dämon führt ihm ständig vor Augen, dass er mit jedem weiteren Arbeitsschritt durch eine Ungeschicktheit die Arbeit von Jahren zerstören kann.
Er vergleicht sein Herzensprojekt mit der Aufgabe, eine Masse bis auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, und da grinst ihm Albert ins Gesicht, die Aufgabe werde immer schwerer, je mehr er sich ihrer Erledigung nähere, die Aufgabe erledige er am besten durch Aufgabe.
Albert lässt ihn zweifeln, ob er je wieder mit seiner Bella trittsicher jede Fahrbahn so bespielt, dass alle Wertungsrichter die Höchstnoten vergeben.
Drei Espressi später stellt er fest, dass er deutlich erkennbar wohl der Erstfahrt entgegenfiebert und dass diesem Fieber keine Kaffebohne, geschweige denn irgendein Kraut gewachsen ist.
Und wie er seinen fieberroten Kopf im Spiegel erblickt, diagnostiziert er mit der Sicherheit eines Klinikprofessors: Klarer Fall von Lampenfieber!
Er googelt nach einer Künstleragentur und bittet sie um Rezepte, wie ihre Künstler mit dieser Symptomatik umgehen.
Eines dieser Rezepte wird ihm doch wohl Linderung verschaffen…