Ja jeder sieht das natürlich aus seiner Perspektive.
Ich bin Bj. 1960 und habe schon als Jugendlicher an Fahrrädern, dann an Motorrädern, dann an Autos geschraubt.
Meine "Karren" lagen damals so ungefähr in der 1000 DM Klasse, nicht direkt Oldtimer eher alte Gebrauchte.
Man muss nicht unbedingt reich sein für das Hobby Oldtimer, dann aber Zeit und Lernfähigkeit investieren.
Ich habe bis heute fast alles selbst an meinen Autos gemacht. Wenn ich ein Auto nicht mehr repariere ist es wirklich "durch".
Ich kenne sehr wenig junge Leute, die sich das heute noch antun wollen.
Heute bin ich in der glücklichen Situation, dass Geld eigentlich kein Thema ist, ich habe aber auch nie über meine Verhältnisse gelebt und mehr oder minder clever für den Ruhestand zurückgelegt.
In meinem Bekanntenkreis ist das größte Problem schlichtweg das Alter.
Viele meiner Freunde und Bekannten (in meiner Altersklasse oder darüber) haben mehrere, auch hochpreisige Autos.
Bei den Meisten weiß ich, dass die Kinder kein Interesse haben, außer am materiellen Wert.
Mit anderen Worten:
In den nächsten, sagen wir mal, 10 Jahren werden viele Fahrzeuge auf den Markt kommen, weil die Nachfahren sie einfach verscherbeln.
Das wird zusammen mit der allgemeinen Stimmungslage und Benzinbepreisung sicher zu einem gewissen Preisverfall führen.
Leider bin ich dann auch zu alt um noch Schnäppchen zu machen.
Noch ein Beispiel:
Ich fahre mit meinem Alvis seit mehr als 20 Jahren regelmäßig Veranstaltungen auf dem Nürburgring und "Bergrennen"
Da sind viele Gesichter und Autos inzwischen verschwunden, weil die Fahrer einfach zu alt geworden sind um in einer eigentlich übermotorisierten Seifenkiste aus den 30-er Jahren über die Nordschleife zu fahren oder einen Berg hoch zu heizen.
Junge kommen nur sehr wenige nach.
Bei den Bergrennen gibt es auch einige gar nicht mehr.
Ein paar stehen auf der Kippe, weil "sie nicht mehr in die Zeit passen", z.B. Roßberg und Bad Hindelang. Da wird die Genehmigung immer schwieriger.
Ich bin eigentlich zufrieden, wenn ich noch ein paar Jahre so fit bleibe, dass ich meine Oldies, die allesamt keinerlei Fahrassistenten, teilweise nicht mal vollsynchronisierte Getriebe, geschweige denn Bremskraftverstärker oder Servolenkung haben, fahren kann, und Politik und/oder Gesellschaft das Fahren nicht unmöglich oder zumindest sehr schwierig machen.