Das stimmt nicht: Kaufkraftbereinigt hat die heutige Generation deutlich mehr Geld zur Verfügung als die Boomer oder die davor.
Ihr (nagut, als BJ'78 gehöre ich eigentlich auch schon dazu) gebt euer Geld nur einfach für die falschen Dinge aus. Eure Eltern und Großeltern hatten kein Handy, Netflix, Amazon, Lieferando. Und auch beim Auto waren sie nicht wählerisch, haben meisten eine gebrauchte Rinde gekauft und die selber repariert. Oder der Neuwagen wurde gefahren bis er auseinander fiel oder tatsächlich zu klein wurde. Und es musste auch nicht immer der größte Motor sein, schaut euch mal das Leistungsgewicht eines Käfer, 2CV, B/C-Kadett oder Pinto/Fiesta an und vergleicht das mit dem, was ihr heute fahrt.
Richtig, an etlichen Stellen (Haus, Auto, Lebenshaltung) dreht der Gesetzgeber die Preisschraube "grundlos" feste hoch. Ob das Bauvorschriften sind, die das neue Haus ca Faktor 2 verteuern ohne praktischen Nutzen zu bringen, (unfertige) Assistenzsysteme im Auto die die Karre locker 5k teuerer machen, oder Müllgebühren für die nicht stattgefundene Entleerung der leeren Tonne. Das ist aber nicht der springende Punkt. Der Punkt ist die mangelnde Ausgabendiziplin, gepaart mit dem Gefühl unbedingt mit Anderen "mithalten zu müssen".
ich habe das auf die harte Tour lernen müssen, als ich 2006 arbeitslos wurde und mit 28 noch mal 4 Jahre die Schulbank für den FH-Zugang und das Studium gedrückt habe. Und ja, man kann sehr wohl von BaFöG leben. Die Lektion hat es mir aber ermöglicht trotz Unterhalt für zwei Kinder das Haus und Auto weiter zu leisten.
Dazu kommt noch, dass die meisten "satt" sind und risikoscheu sind was die Arbeitsplatzwahl an geht: Wenn man einen hat, behält man ihn, auch wenn die Kohle nicht so prickelnd ist, bis was drastisches passiert. Dazu zähle ich mich auch, ich würde wohl im leben nicht auf die Idee kommen mich Selbstständig zu machen, auch wenn ich damit wohl mehr Kohle scheffeln könnte.
Richtig ist allerdings: Da der Wohlstand, den die Boomer aufgebaut haben in den letzten 20 Jahren mit der Gießkanne umverteilt und abgefrühstückt wurde, werden wir alle uns in Zukunft den Gürtel enger schnallen dürfen. Die Wertschöpfung im Land sinkt seit den 2010ern. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
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Wenn ich folgenden Satz lese:
Zitat
Ihr (nagut, als BJ'78 gehöre ich eigentlich auch schon dazu) gebt euer Geld nur einfach für die falschen Dinge aus. Eure Eltern und Großeltern hatten kein Handy, Netflix, Amazon, Lieferando.
Werde ich rapide asozialer, hasserfüllter und gewalttätiger als Holger es mit all seinen Stümperlantis-rants je sein könnte. "Hurr hurrrrr esst weniger aVoCaDoToAsT!"
Die Lebensrealität sieht idr so aus: Schule, die Mehrheit hat Abi gemacht (Kann man sich noch drum streiten ob die Bildungsinflation richtig war oder nicht), geht an die uni, macht Bachelor, Master ("Diplom war bessa!" kommentare sparen danke.). Zum studieren ziehen die meisten um, BaFög bekommt auch nichtmehr jeder (Ja deine Eltern haben doch Geld und du hast mal 5€ in einen ETF gesteck, verleb das mal) und wer sich in einer x-beliebigen Studentenstadt, ja auch Kaiserslautern, umschaut wird schnell feststellen: Mieten zahlt man auch nichtmehr mit einem feuchten Händedruck und paar mark vom Kellnern.
Paar Beispiele, bin da ja offen damit: Ich bin in der extrem glücklichen Lage Landesangestellter in der Forschung zu sein. e13 Stufe 3, das sind ziemlich genau 3k netto (Kinderlos unverheiratet aus der Kirche raus). Ich bin ebenfalls in der extrem glücklichen lage eine eigene fast abbezahlte Immobilie zu bewohnen. In der Nullzinszeit neu verzinst, 400€ im Monat gehen effektiv nür für Tilgung drauf, 2030 sind dann noch 4k Ablöse erforderlich. So weit so gut. Wenn ich die ganzen Ausgaben zusammenrechne die ich im Monat machen MUSS damit ich das Haus habe, und dann die normalen Lebenshaltungskosten für Mobilität und nicht verhungern dazurechne, dann komme ich die letzten 4 Jahre, so lange wie ich mein haushaltsbuch schon führe, auf durchschnittlich 1200€ Monatskosten. Den rest kann ich theoretisch sparen, aber da ist noch keine ziegel auf dem Dach ersetzt, noch kein Stück der Fassade neu verputzt, da wird von der Substanz gelebt.
Und ich will dich hier nochmal daran erinnern: Ich habe extremes
was das angeht. Alle meiner Freunde leben entweder noch mit ihren Eltern oder zur Miete, und bei den Mietern ist dann schonmal mindestens 800 weg (KALT!!!) weil Lautern und Umgebung die Studenten hat UND Ramstein Airbase mit den Amerikanern die Preise verziehen.
Klar könnten die für 35 Ostmark in Zobes oder Pirna irgend ein Loch beziehen, aber gibt es dort Arbeit? Die aktuelle Generation hat es ja nochmal schlimmer wenn die an den Markt starten, bewirb dich mal auf Juniorstellen im EDV Bereich, Automotive kannst du ja auch vergessen (Wer Nachrichten liest der weis wie viele Stellen D. in den nächsten jahren im Automobilsektor verliert und schon verloren hat), Ortsbindung, durch Haus oder Verwandtschaft, ist für wirtschaftliches Überleben, nichtmal mehr Erfolg, schon hinderlich geworden.
So kommt es dann, dass ein Masterabsolvent Biotech und eine Doktorandin Biotech zusammen eine zweizimmerwohnung beziehen und am Jahresende froh sind, wenn Sie ihre Sparrate erfüllt haben.
Kleiner Spaßfakt am Rande: Immopreise sind in den letzten 30 jahren 52% mehr gestiegen als Löhne und das ist schon schöngerechnet.
Weiterer Spaßfakt: 2006 ist 20 Jahre her.
Noch weiterer Spaßfakt: Uni KL war mal führend im Maschinenbau. Weit über tausend Studis (Zu deiner Zeit) pro Erstsemester. WS 25/26 hatte die Uni ganze 32 Einschreibungen für Maschinenbau. Dieser Zweig ist tot in D.
Nur um das mal klar zu stellen weil diese pick yourself up by your bootstraps mentalität der älteren Generation ist abstoßend und offenbar auch Faktenresistent. Es trifft sich jetzt nur unpasslich dass ich in der Forschung arbeite und damit tagtäglich zu tun habe.
Ich könnte weitermachen, Ländliche Räume und die unter-40-jährigen ist auch eine Sache, wie da die Kaufkraftdisparität aussieht, Gestiegene Arbeitsplatzmobilitätsnotwendigkeit (Deutsch ist eine Waffe!) zwischen Generationen, Arbeitsplatzsicherheit, Beförderungsintervallzeiten, Tarifeingruppierungen wo anwendbar, Art und Umfang von Arbeitsvertraglich festgehaltenen Arbeitnehmermöglichkeiten (Stichpunkt Altverträge), die Liste ist lang und weist sehr weit weg davon dass ja das Avocadotoast und Schboddify dran schuld wären dass die Faule Jugend sich nix mehr leistne kann etzala.
Um mich selbst zu beruhigen und dir nicht extreme Unflätigkeiten entgegenzuwerfen will ich dich bitten doch nochmal nachzulesen wie das mit der Kaufkraftverteilung intergenerational aussieht, ich bin dir gerne behilflich und lasse dir dazu Paper und Sammelbände zukommen 
Um zurück zum Auto zu kommen: Das die aktuellen Generationen so wählerisch sind will ich nicht unterschreiben. Die Leute sind froh, wenn Sie ein Fahrzeug haben um zur Arbeit zu kommen. Und was kann ich dafür wenn heute keine 30PS, DPF-losen, Kat-losen unverwüstlichen Käfer aus rostblech mehr zusammengedengelt werden? Das kommt von den Umweltregularien. Hätte man früher seinen Käfer, seinen erstgenerationsfiesta oder seinen B kadett mehr geschützt, wäre er vielleicht heute noch als erstauto für die kinder da und nicht zu edelrost stahlfrei zerfallen! Nur mal so nebenbei!
PS: Ja ich werde da agressiv und äußerst ausfällig, weil ich seit 10 Jahren nichts anderes höre, von Utes und Haralds die anno Vordemkrieg eine Schlosserlehre gemacht haben und dann denken Sie haben die Weisheit gepachtet und die "jungen loide die sin jo all faul und wisse nix, i bins jo schon fünfavierzg johar schaffa gang!" Während die junge Generation notgedrungen immer und immer weiter in der Bildungslandschaft aufsteigt. Aus meinem Freundeskreis von 6 Abiturienten sind 4 jetzt beim PhD, 2 beim Master mit massiv vielen Zusatzqualifikationen, ALLE international in cutting-edge Forschungsfeldern (Biotech, AI, Physik, Theoretische Mathematik) publiziert und Sie verdienen auch "nur" gut im inländischen Vergleich. Aus dem Ausland werden unsere Nettolöhne milde belächelt oder bemitleidet, je nachdem wen du fragst.
Und ich bin das absolut leid, die Erfolgsleiter die uns als generation von unseren Eltern verkauft wurde zur Spitze zu erklimmen und mir dann sagen zu lassen "Ja dann kauf halt net bei Lieferando".