Beiträge von Hasspastor

    20 natürlich :sgt-salutier: 10 Ventile sind mir nicht genug! ZWANZIG müssen es sein!


    Aber: https://www.protoxide.eu/de/ab…-20v-turbo-edelstahl.html


    Das bringt dann aber wieder soooo viele Umbauten mit sich, ist ja schon mit dem normalen Krümmer alles eng im Brera Motorraum :D

    Gibts das auch thc frei? frage für einen Bayerischen freund :joint:

    Ja, das dass raus muss ist mir klar, mit "im Nachhinein" meinte ich ehr, dass so eine Thermoisolierung auch noch über eine Keramikbeschichtung drüber kann, die sind sich ja sicher nicht gegenseitig im Weg (Denke ich mal naiv). Wir werden mal sehen, ich telefonier einfach mal dreist ein paar Anbieter durch und stelle dumme fragen, das kann ich ganz gut :joint:  
    Die Optik des Ganzen ist natürlich auch wichtig, aber ich denke da wirklich an Langlebigkeit der Bauteile, die werden ja auch älter und seltener.

    Bei nem Diesel der eh geringere Abgastemperaturen wie ein Benziner hat, würde ich mir nicht so viele Gedanken um den Krümmer machen.

    Ich würds einfach serienmässig lassen.

    Jaaaaa aber denk doch mal an das wohlige Gefühl das du hast, wenn du wieder irgend ein Fummel an deinem Auto gemacht hast. Upgrades, leute, Upgrades!!! :D Außerdem, denk an die cleane Optik!!! (nicht dass du den Krümmer so gut sehen könntest, aber du weist dass er gut aussieht!)


    Ich denke mir halt, wenn ich dieses Jahr eh zu Pogea gehe, und der ganze Kram dann erneuert wird, dann will ich wirklich jede erdenkliche Baustelle angehen, und auch dem krümmer Liebe zuteil werden lassen, den innen ausschleifen lassen, sandstrahlen und eben keramikbeschichten. An die niedrigeren Abgastemparaturen beim Diesel hab ich so garnicht aktiv gedacht, so ein Turbolader ist ja idr auf Benzinbetrieb ausgelegt, Keramik auf den 10cm krümmer sollte nix ausmachen wenn ich genauer drüber nachdenke.

    Sowas ist natürlich sehr edel. :like:

    Ob sich sowas bei Standard Krümmern lohnt?

    Das muss jeder für sich entscheiden.

    Ich habe meine Krümmer mit Hitzeschutzband eingewickelt, tuts auch.

    IMAG0756.jpg

    Ja, hab ich auch überlegt, ich hätte sogar Hitzeschutzband hier, aber der 2.4er krümmer hat eine etwas ungünstige Form zum wickeln und ich weis von meinem Vater und seiner Harley Zeit dass davon die Krümmer gerne richtig schnell rosten und, falls öl oder so draufläuft, brennen die dinger mies ab (Und mir ist schon ein Auto halb abgebrannt, mehr muss net sein!)


    Ich habe halt analyseparalyse, auf der einen Seite versprech ich mir Haltbarkeitsgewinne bei krümmer und aggregaten im Motorraum, auf der anderen Seite gräme ich mich um Zylinderkopf und Turbo. Ich weis halt nicht, wie viel so eine Keramikbeschichtung wirklich ausmacht, nicht dass ich mir da den Turbo oder den Kopf kaputkoche? Vermutlich unnötige Sorge.

    Mega quelle, danke für den Link!


    Grob habe ich mich mit Isolierung, wickeln undso befasst, bei der Isolierung oder beim wickeln oder auch bei Turboladertaschen hab ich aber Bedenken wegen heatsoak und auch bei Standzeiten (Ich habe viel Homeoffice, Fahren ist für mich gottseidank ein nicht mehr tägliches Vergnügen) der Rost.


    Thermoisolierung, wenn ich das recht verstehe, kann man ja im Nachhinein immernoch "drüber" packen, oder? Ich dachte halt wirklich erstmal an niedrigschwellige Intervention, keramisch beschichten um das Bauteil vor rost zu schützen, allgemeine Motorraumtemparatur zu senken, das bisschen extra Leistung was das bringt ist ein gerne genommener Nebeneffekt, aber ich suche wirklich nach Haltbarkeit und Zuverlässigkeit, will dass mein Krümmer langlebig ist, mein Turbo auch, der Zylinderkopf sowieso, wo ich beim 2.4er ja eh Bedenken hab ob des Risspotenzials.
    Vielleicht ruf ich am Dienstag dort einfach mal ganz frech an und frag die nach ihrer Meinung?

    Möchtest du in erster Linie die Temperatur im Motorraum mit der Maßnahme reduzieren ? Geht es um die abgegeben Temperatur , um Nebenaggregate besser zu schützen ?

    Ja, Nebenaggregate und das ganze gekabel und geschlauche bisschen vor der Hitze schützen und, so wie ich es verstehe, dem Krümmer mehr Lebensdauer verleihen?
    Ich will mit einem Diesel Brera nicht Rennen fahren, aber ich dachte mir wenn ich eh schon irgendwann ne neue Abgasanlage drunterklemme dann kann ich wirklich einmal den sauberen Abwasch machen und alle Möglichkeiten ausschöpfen. Nur frag ich mich dabei halt ob das evtl Nachteilig für Zylinderkopf und Turbolader sein könnte, oder ob es da nur (außer Kosten, aber für Hobbies zahlt man ja gerne) weitere Nachteile geben könnte die euch einfallen.

    Jetzt kommt ja langsam die Saison zum sportlich durch die Alleen fahren, und ich möchte irgendwann demnächst mal einen neuen Auspuff anhängen, die Roströhren müssen weg.
    In mir üblicher Weise habe ich mich eingelesen und viele Gedanken dazu gemacht, Edelstahl soll es werden mit V-Bändern für alles, schön rostfrei robust und einfach in der handhabe, so weit so gut. Aber.

    Ich habe mir überlegt, evtl. meinen Abgaskrümmer keramikbeschichten zu lassen, lese sehr viel dazu dass es für die Motoren- und Anbauteillanglebigkeit super gut ist und hilft alles kühl und geschmeidig zu halten. Jetzt mache ich mir aber sorgen, wenn ich meinen Krümmer beschichten lasse, und der dann nichtmehr (so gut) wärmeleitend ist, könnte das meinem zylinderkopf schaden? Der 2.4er ist ja mit seinem kopf ein bisschen zickig mit warm und Rissen, und ich will nur das machen, was wirklich der Langlebigkeit oder der Effizienz dient, PS-gewinne sind Nebensache.


    Was meint ihr? Würdet ihr euren Krümmer keramikbeschichten lassen oder ehr nicht? Könnte das schlecht für den Kopf oder den Turbo sein?

    Mal ne dumme Frage an euch, wieso geht Ihr nicht hin und macht euch Polybuchsen ins Fahrwerk? Qualitative Aftermarket-polybuchsen sind ja auch nicht teurer als gummibuchsen, halten länger und sind auch auf Service ausgelegt? Ehrliche Frage, damit müsstet Ihr nicht der Gummiqualität nachlaufen oder schwindende Reserven versuchen zu finden.

    Da mein 159iger mal wieder quietschig wie ein Sofa war, habe ich heute beidseitig vorne die oberen Querlenker erneuert...gefühlt zum x-ten mal bei meinen 939ern, aber es gibt ja heutzutage nur noch Schrott am Markt, welcher dann nach 15tkm wieder platt ist. Hatte noch welche von Febi Bilstein hier liegen, die ich vor ca. einem Jahr einem Portalo hier abgekauft hatte und wo ich hoffe, das die qualitativ evtl. noch besser sind, je nachdem wie lange die gelagert wurden.

    Ist Febi nicht auch nur ein Kistenschieber der sich mit dem "Bilstein" ein bisschen zu sehr schmückt? Höre immer wieder negatives über deren Gummiqualität, rest soll OK sein.

    Funktionierende Fensterheber sind einfach was feines, mein Brera hat wieder ein Häkchen setzen können auf seiner sehr langen Liste an großen und kleinen Dingen die irgendwann mal zu machen sind. Dazu scheint heute die Sonne und die Weißdornhecke hinter meinem Haus ist überladen mit grellweißen Blüten, Hummeln und Bienen.


    Kann das Leben besser sein? Eigentlich nicht!

    Eine kleine Erweiterung für all jene, die sich die Reparaturarbeiten nicht selbst zutrauen oder bei denen die Leiterplatine in der Kontrolleinheit Probleme bereitet:


    In England gibt es einen Netten Mann der sich George Workman nennt, er ist Inhaber und Betreiber von workingdesign.com, und spezialisiert sich auf Reparaturen von Nischenproblemen in Nischenautomobilen. Er ist jederzeit kontaktierbar (https://working-design.co.uk/get-in-touch/) und arbeitet schnell, Zuverlässig und preisgünstig. Klare Empfehlung meinerseits, falls man nicht selbst basteln möchte.

    Wenn meine Freundin irgendwann mal ihren 1.0 EdiT Dreizylindercorsa bei 210 auf der rechten Überholspur gesprengt hat werde ich sie zur Giulia nötigen. Rein zum Selbstschutz natürlich, mit 6 Zylindern und gutem Sound fährt es sich besser als mit dreien und einem Turboladerchen so groß wie meine Handfläche :D


    Morgen kommt mein frisch reparierter Scheibenhebercontroller aus Engeland zurück, jetzt auch elektriktrisch funktional. Yippie!

    Die Plastikverkleidung und das Außenglas sind fein, keine Risse, aber eben in der Verklebung zwischen Gehäuse und Außenglas war ein sehr langer riss, oberflächlich zu, aber intern mindestens 20cm lang der Naht folgend. Von Oben durch ein Stecknadelkopf großes Loch immer bei Regen wasser reingelaufen und dann durchgesickert.


    Ich hoffe n neues Licht brauch ich jetzt nichtmehr, hab diesen Riss ganz aufgefüllt und ausgehärtet.

    Dann sagt dir bestimmt das Bergrennen Queidersbach was, der Ring ist dann ja auch nicht schrecklich weit weg :) In Queidersbach fährt mein Friseur mit seinem orangenen Golf mit und ist da einer der Jüngeren mit seinen mitte 60.


    Ich denke aber AUCH, dass es durchaus möglich ist, die Szene am Leben zu halten, wenn man den potenziellen nachrückern zeigt, dass es ja garnicht so schwierig ist, so ein auto zu warten und am Laufen zu halten, weil "Aber das ist doch total kompliziert!" ist mit die Hauptantwort die man bekommt, wenn man mit Leuten ins Gespräch über Autos als Hobby kommt. "Da brauchste doch ne ganze Werkstatt und total viel Zeug und Wissen!"


    Begeistert eure Kinder und deren Freunde für Autos, und in dem zusammenhang halt auch natürlicherweise zum Selbermachen, das ist in jedem Fall eine gute Tat. Wer selbst seinen Ölservice machen kann, oder andere Kleinigkeiten selbst richten kann, der spart Geld, Zeit und erhält, was schon produziert ist, auch abseits vom Auto ;-)

    Wenn ich folgenden Satz lese:


    Zitat

    Ihr (nagut, als BJ'78 gehöre ich eigentlich auch schon dazu) gebt euer Geld nur einfach für die falschen Dinge aus. Eure Eltern und Großeltern hatten kein Handy, Netflix, Amazon, Lieferando.



    Werde ich rapide asozialer, hasserfüllter und gewalttätiger als Holger es mit all seinen Stümperlantis-rants je sein könnte. "Hurr hurrrrr esst weniger aVoCaDoToAsT!"
    Die Lebensrealität sieht idr so aus: Schule, die Mehrheit hat Abi gemacht (Kann man sich noch drum streiten ob die Bildungsinflation richtig war oder nicht), geht an die uni, macht Bachelor, Master ("Diplom war bessa!" kommentare sparen danke.). Zum studieren ziehen die meisten um, BaFög bekommt auch nichtmehr jeder (Ja deine Eltern haben doch Geld und du hast mal 5€ in einen ETF gesteck, verleb das mal) und wer sich in einer x-beliebigen Studentenstadt, ja auch Kaiserslautern, umschaut wird schnell feststellen: Mieten zahlt man auch nichtmehr mit einem feuchten Händedruck und paar mark vom Kellnern.

    Paar Beispiele, bin da ja offen damit: Ich bin in der extrem glücklichen Lage Landesangestellter in der Forschung zu sein. e13 Stufe 3, das sind ziemlich genau 3k netto (Kinderlos unverheiratet aus der Kirche raus). Ich bin ebenfalls in der extrem glücklichen lage eine eigene fast abbezahlte Immobilie zu bewohnen. In der Nullzinszeit neu verzinst, 400€ im Monat gehen effektiv nür für Tilgung drauf, 2030 sind dann noch 4k Ablöse erforderlich. So weit so gut. Wenn ich die ganzen Ausgaben zusammenrechne die ich im Monat machen MUSS damit ich das Haus habe, und dann die normalen Lebenshaltungskosten für Mobilität und nicht verhungern dazurechne, dann komme ich die letzten 4 Jahre, so lange wie ich mein haushaltsbuch schon führe, auf durchschnittlich 1200€ Monatskosten. Den rest kann ich theoretisch sparen, aber da ist noch keine ziegel auf dem Dach ersetzt, noch kein Stück der Fassade neu verputzt, da wird von der Substanz gelebt.


    Und ich will dich hier nochmal daran erinnern: Ich habe extremes Glück was das angeht. Alle meiner Freunde leben entweder noch mit ihren Eltern oder zur Miete, und bei den Mietern ist dann schonmal mindestens 800 weg (KALT!!!) weil Lautern und Umgebung die Studenten hat UND Ramstein Airbase mit den Amerikanern die Preise verziehen.

    Klar könnten die für 35 Ostmark in Zobes oder Pirna irgend ein Loch beziehen, aber gibt es dort Arbeit? Die aktuelle Generation hat es ja nochmal schlimmer wenn die an den Markt starten, bewirb dich mal auf Juniorstellen im EDV Bereich, Automotive kannst du ja auch vergessen (Wer Nachrichten liest der weis wie viele Stellen D. in den nächsten jahren im Automobilsektor verliert und schon verloren hat), Ortsbindung, durch Haus oder Verwandtschaft, ist für wirtschaftliches Überleben, nichtmal mehr Erfolg, schon hinderlich geworden.

    So kommt es dann, dass ein Masterabsolvent Biotech und eine Doktorandin Biotech zusammen eine zweizimmerwohnung beziehen und am Jahresende froh sind, wenn Sie ihre Sparrate erfüllt haben.


    Kleiner Spaßfakt am Rande: Immopreise sind in den letzten 30 jahren 52% mehr gestiegen als Löhne und das ist schon schöngerechnet.

    Weiterer Spaßfakt: 2006 ist 20 Jahre her.

    Noch weiterer Spaßfakt: Uni KL war mal führend im Maschinenbau. Weit über tausend Studis (Zu deiner Zeit) pro Erstsemester. WS 25/26 hatte die Uni ganze 32 Einschreibungen für Maschinenbau. Dieser Zweig ist tot in D.


    Nur um das mal klar zu stellen weil diese pick yourself up by your bootstraps mentalität der älteren Generation ist abstoßend und offenbar auch Faktenresistent. Es trifft sich jetzt nur unpasslich dass ich in der Forschung arbeite und damit tagtäglich zu tun habe.


    Ich könnte weitermachen, Ländliche Räume und die unter-40-jährigen ist auch eine Sache, wie da die Kaufkraftdisparität aussieht, Gestiegene Arbeitsplatzmobilitätsnotwendigkeit (Deutsch ist eine Waffe!) zwischen Generationen, Arbeitsplatzsicherheit, Beförderungsintervallzeiten, Tarifeingruppierungen wo anwendbar, Art und Umfang von Arbeitsvertraglich festgehaltenen Arbeitnehmermöglichkeiten (Stichpunkt Altverträge), die Liste ist lang und weist sehr weit weg davon dass ja das Avocadotoast und Schboddify dran schuld wären dass die Faule Jugend sich nix mehr leistne kann etzala.


    Um mich selbst zu beruhigen und dir nicht extreme Unflätigkeiten entgegenzuwerfen will ich dich bitten doch nochmal nachzulesen wie das mit der Kaufkraftverteilung intergenerational aussieht, ich bin dir gerne behilflich und lasse dir dazu Paper und Sammelbände zukommen :)



    Um zurück zum Auto zu kommen: Das die aktuellen Generationen so wählerisch sind will ich nicht unterschreiben. Die Leute sind froh, wenn Sie ein Fahrzeug haben um zur Arbeit zu kommen. Und was kann ich dafür wenn heute keine 30PS, DPF-losen, Kat-losen unverwüstlichen Käfer aus rostblech mehr zusammengedengelt werden? Das kommt von den Umweltregularien. Hätte man früher seinen Käfer, seinen erstgenerationsfiesta oder seinen B kadett mehr geschützt, wäre er vielleicht heute noch als erstauto für die kinder da und nicht zu edelrost stahlfrei zerfallen! Nur mal so nebenbei!


    PS: Ja ich werde da agressiv und äußerst ausfällig, weil ich seit 10 Jahren nichts anderes höre, von Utes und Haralds die anno Vordemkrieg eine Schlosserlehre gemacht haben und dann denken Sie haben die Weisheit gepachtet und die "jungen loide die sin jo all faul und wisse nix, i bins jo schon fünfavierzg johar schaffa gang!" Während die junge Generation notgedrungen immer und immer weiter in der Bildungslandschaft aufsteigt. Aus meinem Freundeskreis von 6 Abiturienten sind 4 jetzt beim PhD, 2 beim Master mit massiv vielen Zusatzqualifikationen, ALLE international in cutting-edge Forschungsfeldern (Biotech, AI, Physik, Theoretische Mathematik) publiziert und Sie verdienen auch "nur" gut im inländischen Vergleich. Aus dem Ausland werden unsere Nettolöhne milde belächelt oder bemitleidet, je nachdem wen du fragst.

    Und ich bin das absolut leid, die Erfolgsleiter die uns als generation von unseren Eltern verkauft wurde zur Spitze zu erklimmen und mir dann sagen zu lassen "Ja dann kauf halt net bei Lieferando".

    Puh, wieder ein Thema wo ich (Unwissender Jungspund) meinen Senf dazugeben muss, weil ich harte Fühlis dazu habe.


    Ich hatte ja schonmal einen kleinen Rant niedergeschrieben als es vor ein paar Monaten um das Thema Auto als Wertanlage ging, ich hoffe das hier wird nicht genau so lang und umständlich (was mach ich mir vor, wird es!), aber es schlägt ein bisschen in die gleiche Kerbe. Zunächst ein mal das weniger Hasszerfressene gleich vorweg: Ich denke das hängt viel daran, was eine jede Generation als "Oldie" ansieht. Nicht nur im Automobilbereich. Für mich sind Toggo Flick 'n' Lick L*tscher, Ipod shuffle und Infrarotfilesharing auf dem Klapphandy voll meine Kindheit und Schulzeit, für meinen Vater ist es der Walkman, Jimmy Hendrix und die erste 1000er Kawasaki (z1000 aus den 70ern), für meinen Großvater war es Hanomag und Pfaff Nähmaschinen bei uns aus der Stadt. Dementsprechend sind für meinen Vater natürlich auch andere Automodelle interessant als für mich. Und die Generation die sich für die Zeit der 2600er Berlina begeistert hat wird ersetzt durch die Generation die sich für GTV und Brera begeistert.


    Und gleich da tut sich das erste große Problem auf: Das Geld. Jüngere Generationen, meine mit eingeschlossen, MICH mit eingeschlossen, sind bei weitem nicht so Kaufkraftstark wie die jetzigen Rentner oder beinahe-Rentner, die große Babyboomer-welle kommt ja noch, die geburtenstärksten Jahrgänge gehen ja gerade erst in die Rente. Nein, zu einem Bertone GT habe ich nicht die Need for Speed Bindung wie zum Brera oder die James-bond connection wie zum 159er oder einem z8, aber ich würde so ein Fahrzeug weder verschmähen noch in meinem Besitz verkommen lassen. Nur leisten kann ich es mir nicht, der Anschaffungspreis ist schlicht zu hoch. Wenn nun also die generation Bertone GT verrentet ist und langsam in das Alter kommt in dem der Wagen weniger wichtig ist wie evtl. eine Haushaltshilfe oder seniorengerechtes Wohnen, die nachkommende Fahrzeugenthusiastengeneration aber mit 3 mark fuffzich, einem Hosenknopf und einem Bauchnabelfussel bezahlen kann weil es zu mehr nicht reicht, dann ist es wenig verwunderlich, dass der Markt schrumpft. Und selbst wenn die aktuelle junge Generation die Finanzmittel hätte, ist Sie personell einfach VIEL kleiner als das, was der Markt hergibt. Nicht nur ist die Alterskohortenzahl seit Jahrzehnten rückläufig, auch das Interesse an Autos als Hobby ist einfach gesunken.


    Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt, der auch ein bisschen mit dem Geld zusammenhängt. Die Autocommunity ist geschrumpft. Weniger Junge Menschen interessieren sich einfach für Autos als Hobby, als Zeitvertreib, als etwas "schönes nebenbei". Hat viele Gründe, Kosten sind mit der Größte davon, aber auch mediale Berichterstattung und Stimmungsmache rund um Privatfahrzeuge (Böse Verbrenner, Abgase, Stau, etc pp) haben ihr Übriges dazu beigetragen. Wenn das Geld eh knapp ist, die Wohnung kleiner, u.U. nur mit Möglichkeit zum Laternenparken, und Autos, besonders ältere, bei einem gewissen Klientel der Gesellschaft als laute Dreckschleudern in Verruf geraten sind, dann werden sich weniger Menschen so ein Auto zu legen aus der reinen Freude daran.


    Oldtimer passen auch nichtmehr immer zum Lebensentwurf und den Möglichkeiten der Menschen. Zwei Vollzeitbeschäftigte Erwachsene evtl. mit Kind, wenn das Geld eh knapp ist investiert man es öfter in die Wohnung (Ein eigenes Haus haben in der sub-40er Kategorie weniger als die Hälfte) oder in Unterhaltung und/oder Reisen. Zumal der Erhalt einer Sache in einer Wegwerfgesellschaft ungleich teurer und umständlicher ist als einfach was neues kaufen. Ich sehe es selbst, was ich an meinem Brera mache ist unwirtschaftlich. Das Auto ist so um die 7000€ wert, ich stecke mindestens genau so viel Geld an Teilen rein bis es in meinen Augen "Perfekt" ist. Krieg ich beim Verkauf niemals nicht wieder rein. Andere rechnen sich das durch und denken: Ne für 14.000€ fahr ich lieber so und so oft all in clusive irgendwo hin, oder kauf mir nen neuen Fernseher oder steck es in den Hauskredit. Das muss man nicht nur wollen, sondern auch KÖNNEN. Und diese Kombination ist in der Bevölkerung deutlich kleiner geworden, wenn ich mir aktuelle Wirtschaftszahlen anschaue und politische Entscheidungen mit in Betracht ziehe dann sehe ich auch auf mittlere Sicht nicht, dass sich das ändern würde, der Downtrend wird weitergehen.


    Für die die können und wollen natürlich fantastisch, wunderbare alte Fahrzeuge mit Charakter und Charme zu guten Preisen, aber was Markt, Wert und Anlagekraft angeht sehe ich da den Weg der Briefmarke, zumindest in Deutschland. Im Ausland sieht das anders aus, insbesondere in den USA. Damit eröffnen sich jetzt natürlich auch potenziell Anlagemöglichkeiten. wer jetzt günstig Brera kauft wird den vermutlich in einigen jahren, so wie er in die USA als Altfahrzeug eingeführt werden darf, zu gutem Geld wieder los.




    PS: Dass hier das deutsche Wort für Lolly zensiert wird finde ich dann doch ulkig :D