Bald könnte es bei der Hauptuntersuchung (HU) wieder teurer werden. Nach den Diskussionen um eine jährlichen Prüfung soll es künftig neue Test-Pflichten für Diesel und Benziner geben. Die hätten erhebliche negative Auswirkungen für Autobesitzer. Der TÜV und andere Prüforganisationen wie die GTÜ unterstützen Pläne der EU, immer neue Prüfpflichten einzuführen. Die 2023 eingeführte neue Partikelmessung bei der Abgasuntersuchung soll auf moderne Benziner ausgeweitet werden, berichtet die "Automobilwoche". Auch ältere Diesel wären dann dran. Betroffen wären Fahrzeuge mit der Schadstoffnorm Euro 5. In Brüssel wird derzeit an einer neuen Verordnung dazu gearbeitet. Wann die neue Abgasmessung eingeführt wird, bleibt offen. Neben der Verordnung müssen erst entsprechende Prüf-Grenzwerte und Messverfahren für Benzinfahrzeuge festgelegt werden.
Abgasuntersuchung: Streit um Ausweitung der Partikelmessung auf Benziner
Die Partikelmessung bei der Abgasuntersuchung soll auf moderne Benziner ausgeweitet werden. Auch ältere Fahrzeuge sind im Gespräch. Doch das ist umstritten. Seit 2023 gilt für Euro-6/VI-Diesel in Deutschland bei der Abgasuntersuchung (AU) im Rahmen der gesetzlichen Hauptuntersuchung ein neues Prüfverfahren, die so genannte Partikelmessung (PN-Messung). Nun mehren sich die Stimmen, das Prüfverfahren auch auf andere Fahrzeugtypen auszuweiten. Denn nach Ansicht von Prüforganisationen wie den TÜV oder der GTÜ hat sich das neue Verfahren bewährt. „Die Partikelmessung ist ein großer Erfolg. Wir können jetzt feststellen, was wirklich aus dem Auspuff herauskommt“, sagt etwa Axel Sprenger, stellvertretender technischer Leiter der GTÜ. Das musste auch Ford bereits feststellen: Diesel-Fahrzeuge der Kölner verzeichneten seit Einführung des neuen Messverfahrens deutlich erhöhte Durchfallquoten. Ende 2024 musste Ford allein in Deutschland 164.000 Autos wegen Problemen mit dem Dieselpartikelfilter zurückrufen. Je älter, desto auffälliger.
Eine gemeinsame Auswertung aller deutschen Prüfdienste ergab, dass drei Prozent der Euro-6/VI-Diesel in Deutschland die AU im ersten Anlauf nicht bestehen.
Wobei Fahrzeuge mit zunehmendem Alter deutlich häufiger auffällig sind: Während die Quote bei Fahrzeugen jünger als fünf Jahre bei zwei Prozent liegt, steigt sie bei Fahrzeugen über zehn Jahren auf sechs Prozent.
„Die PN-Messung trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Gesundheit, Umwelt und Klima“, sagt Robin Zalwert, Referent für nachhaltige Mobilität beim TÜV-Verband.
Die TÜV unterstützen daher Pläne der EU-Kommission, die Abgasuntersuchung auch auf Diesel der Abgasnorm Euro-5b auszuweiten. „Die Einführung einer PN-Messung auch hier wäre ein konsequenter und wirksamer Schritt zur weiteren Verbesserung der Luftqualität“, so Zalwert.
Einigkeit bei Benzinern
Daneben habe sich das bisherige Verfahren der Trübungsmessung bei Euro-5-Fahrzeugen mit ihren deutlich größeren Rußpartikeln bewährt, so Sprenger. Sein Fazit: „Kosten und Nutzen einer Ausweitung auf Euro-5 stehen in keinem Verhältnis. Das Geld kann man sinnvoller ausgeben.“
Wie auch der TÜV Verband unterstützt die GTÜ jedoch den Plan der EU-Kommission, die Partikelmessung auf Verbrenner auszuweiten. „Ottomotoren können ebenso fehlerhaft arbeiten wie Dieselmotoren. Es gibt keinen sinnvollen Grund, bei Dieseln den Partikelausstoß zu überwachen und bei Benzinern nicht“, konstatiert Sprenger.
Mit einer schnellen Einführung ist jedoch nicht zu rechnen. „Für die Partikelmessung bei Benzinern brauchen wir erst eine neue Verordnung die den nötigen Rechtsrahmen schafft und die einzuhaltenden Grenzwerte festlegt“, erklärt Sprenger. Danach müssten die Hersteller der Partikelmessgeräte erst noch entsprechende Messverfahren entwickeln und eine neue Software auf die bestehenden Partikelmessgeräte aufgespielt werden.