Schosch, ich habe einen namhaften Gutachter gebeten, Deine Fotobewerbungen um Kalenderplätze zu unterstützen.
Ich möchte die Kalenderjury nachdrücklich bitten, die Fotobeiträge von Alfabeto angemessen zu würdigen.
Angemessen, das kann hier keinesfalls heißen, sie als uninspirierte Handy-Schnappschüsse abzutun.
Vielmehr kann in den Aufnahmen Folgendes wahrnehmen.
Das Alfa-Autosujet braucht keine Aufnahme, die eher einer virtuosen Kameratechnik als dem Fahrzeug huldigt und etwa einer narzisstischen Neigung des Belichters.
Ein Alfa braucht nicht die naturnahe Kulisse, etwa die einer Waldlichtung, will sich nicht als heuchlerisch als Umweltengel darstellen.
Ein Alfa braucht keine mondäne gekieste Auffahrt, das Alfafahren ist kein Klassenmerkmal, es ist mit einem bürgerlichen Familienleben verträglich. Das Alfafahren entfaltet seine Reize (auch) auf den Pendelwegen zur Arbeit. Auch eine leicht übermütige Motorisierung polarisiert nicht in Eigner und Neider.
Ein Alfa zeigt Winterqualitäten, Fahrqualitäten, keine Steherqualitäten!
Die Bildserie zeigt auch eine traurige Wahrnehmung. Vom Eigner aufgegeben, blicken sie häufig in einer dunklen Hofecke einem Sammeltransport mit einem Containerschiff entgegen. Ein Kalender sollte nicht nur ästhetisierende Ausschnitte der Wirklichkeit abbilden.
Ob die angeschnittenen Darstellungen eines Boliden britischer Provenienz die ästhetische Wahrnehmung der vorgelegten Motive beeinträchtigen, will ich hier nicht beurteilen.