Alles anzeigenUnd weiter geht es mit dem nächsten Projekt.
Hier habe ich mir aus der Bucht einen Bass gegönnt Ich werde ihn zum Einspielen vor Bassläufen von meinen Grammy-verdächtigen Granatensongs nutzen.
Es ist ein Instrument der aus dem unteren Preissegment. (wir reden also von um die 200-300€ neu). Gebaut wird sie von der Firma Stagg Music, die ihren Ursprung immerhin in den 70ern in Japan hat, was nicht schlecht sein muss. Vertrieben werden die Instrumente (auch Drums ectect) über einem belgischen Grosshändler (EMG Music).
Man liest in den einschlägigen Musiker-Foren nichts Gutes über die Qualität der Markenprodukte, aber für schmale 80€ habe ich dann einfach mal zugeschlagen.
Es handelt sich hier um ein ziemlich junges Vorführgerät aus einem MusicStore. Offenbar wollte keiner das Instrument haben und man begann bereits, es zu schlachten. Der PIckup-Toggleschalter fehlte schon. Das wusste ich aber und ist natürlich kein Problem, kostet 5 €.
Ab auf den OP-Tisch mit dem Gerät:
Als erstes stellte ich fest, dass der Bass vermutlich ÜBERHAUPT nicht durch irgendeine Endprüfung gegangen ist (das kostet Zeit und somit Geld).
Hals krumm, nicht oktavrein, Saitenlage viel zu hoch und schepperte trotzdem an den Bünden und Pickups! Absolut unbespielbar!
Arbeitsschritte:
Zunächst die Saiten komplett von 6 auf 3mm abgesenkt, das ist ganz ordentlich!
Das macht man hinten an der Brücke mit den vertikalen Madenschrauben. Für jede Saite einzeln.
Das reicht aber noch lange nicht. Die Saiten scheppern natürlich noch mehr an den Bündenstegen, was zu erwarten war. Dazu später.
Als nächstes geht es an das Thema oktavreinheit. Du spielst einen Grundton (einfach eine leere Saite zupfen, im Beispiel hier die 2. Saite, das "A", ca. 410 Hz) und drückst den Ton eine Oktave höher. Bei einer Gitarre ist das der 12. Bund. Dafür nehme ich ein anständiges Stimmgerät, bei tiefen Basstönen ist es schwierig, nur nach Gehör zu arbeiten...
Und siehe da - ca. 1/4 Ton zu hoch:
Das betraf alle 4 Saiten mal mehr mal weniger. Die "Hohe" G-Saite war sogar zu tief..
Nun kommt der 2. Teil der Brücke in's Spiel, da wird der Winkel zum Griffbrett verstellt und horizontal Feintuning über die Feingewindeschrauben vorgenommen.:
Auf die Weise habe ich tatsächlich alle Saiten kalibriert bekommen und die Klapfe ist 100% sauber!
Das hat allerdings auch ca. 4(!) Stunden gedauert, die halbe Nacht (vorgestern). Immer und immer wieder justiert, getestet, nachjustiert, getestet ..
Zum Schluss kann das (mittlerweile wenig gewordenene) Scheppern dran. Dafür ist der im Hals verbaute Halsstab (Trussrod) zuständig.
Am Ende des Halses befindet sich (nur bei E-Gitarren, Akustik-Klampfen haben sowas i.d.R. nicht) Das Drehen der Halsstellschraube im Uhrzeigersinn (nach rechts) spannt den Halsstab und der Hals bewegt sich nach hinten, wird also gerader. Das Drehen gegen den Uhrzeigersinn bewirkt eine Lockerung des Stahlstabs: Der Hals bewegt sich nach vorne, er wird "krummer" und die Saitenlage höher.
Eine vorsichtige(!) halbe Umdrehung nach links (Entspannung, Hals war zu stramm nach oben geneigt) hat bei dem Bass gereicht, und wie durch ein Wunder war das Scheppern weg!
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Pickups auf die finale Höhe angepasst & feddisch.
Nun kam die Elektrik dran, das war natürlich keine grosse Sache. Loch war ja schon vorhanden, auf 10mm passend für den neuen Kippschalter aufgebohrt und alles neu verlötet.
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Kappe drauf, Deckel zu, abgehakt!
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Alles gereinigt, poliert, angeschlossen, final durchgestimmt .. wunderbar!
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Der Bass hat einen frischen knackigen Sound, ist durch die nun fantastische Saitenlage fast so schnell spielbar wie eine normale E-Gitarre und liegt auch gut in der Hand, obwohl sie mit gut 6 Kg. kein Leichtgewicht ist. Ich bin vollauf zufrieden.
Projekt angeschlossen, auch dieses Baby geht hier nun in den Betrieb.
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Klarer Fall von verfehltem Beruf, dat olle Clausi... ![]()
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