Überprüfung der Steuerzeiten beim 156 SW, JTD 2,4 20

  • Hallo Alllerseits,

    ich brauche mal Unterstützung bei der Überprüfung der Steuerzeiten beim 2,4 JTD 20 V. Motorcode weiß ich jetzt nicht, ist aber von 2004 und der mit der stirnradgetriebenen Einlassnockenwelle. Wollte das am Wochenende machen und habe festgestellt, daß ich am Nockenwellenrad keine der Bezugsmarkierungen habe, die bei anderen JTD- Motorentypen erwähnt werden. Das einzige, was ich bei OT Zylinder 1 übereinanderbringe ist ein roter Farbpunkt am Nockenwellenrad mit der Bohrung für den Nockenwellensensor und eine der symetrisch gleichmäßig verteilten Bohrungen um Nockenwellenrad mit einer dahinterliegenden im Gehäuse versenkten Inbusschraube. Die außerdem vorhandene, weiße Markierung am äußeren Rand des Nockenwellenrades zeigt dabei auf ca. 3 Uhr. Habe jetzt mittlerweile gegoogelt, daß es offenbar vorne am Ventildeckel eine Verschlußschraube gibt, nach deren Entfernung man einen Federbolzen zum Arrietieren der Nockenwelle einschrauben kann. Hat das jeder dieser Motoren so? Und gibt es bei diesem Motor in Ermangelung dieses Federbolzens keine andere Methode, die Steuerzeiten zuverlässig zu überprüfen?

    Vielen Dank für eure Antworten

  • Dein vorhaben ist nicht ganz so einfach.


    Generell benötigst du das Spezialwerkzeug zur überprüfung der Steuerzeiten. Dieses wird an der Auslassseitigen Nockenwelle anstelle der Inbus Schraube eingeschraubt und durch drehen wird die Nockenwelle fixiert. Dazu musst du das passende Kurbelwellensperrwerkzeug haben.

    So kannst du die Steuerzeiten bei dem 20V überprüfen. Sämtliche Farbige Markierungen sind nicht original und dürfen keinesfalls dazu verwendet werden. Ohne das Werkzeug ist die überprüfung der Steuerzeiten beim 2.4er NICHT möglich!


    Jetzt das komplizierte. Möchtest du nun die Synchronisation der einlass und auslassnockenwelle überprüfen kannst du das nur wenn die Ansaugbrücke demontiert ist da du das Sperrwerkzeug 1. nicht in die öffnung bekommst und 2. du gar nicht weist ob das tatsächlich eingerastet ist.


    Eine überprüfung der Synchronisation der Nockenwellen ist somit nur im ausgebauten Zustand des Nockenwellengehäusedeckels möglich und dieses wiederrum erfordert die demontage des Zahnriemens.



    Wieso möchtest du denn die Steuerzeiten überprüfen?

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  • Aha....vielen Dank, das ist ja dann eine klare Ansage.

    Das Teil zur Kurbelwellenfixierung hätte ich ja aber das alleine nützt dann wohl nix. Die weiße Markierung am Nockenwellenrad außen muß aber original sein, weil zusätzlich eingefräst und sieht auch exakt so aus, wie bei allen anderen JTD-Motoren auch. Dient die dann nur zur Montage neuer Zahnriehmen mit Markierungen (wie die gleiche Markierung an der KW auch) oder haben sie da nur keine Lust gehabt, extra für den 20V ein neues Rad zu gießen (wobei die Lochsymmetrie ja tatsächlich auch abweichend von den 10V-Motoren ist) ? OK, habe jetzt jedenfalls das Werkzeug mit den Absteckbolzen geordert, werde ich eh brauchen.

    Warum ich das prüfen will? Der Motor hat ja fast einen Wasserschlag abbekommen, daher halte ich eine Überprüfung, ob der Riemen übergesprungen ist für sinnvoll. Aber an der Synchronisation der beiden Nockenwellen wird sich dadurch nichts geändert haben, den komplizierteren Schritt kann ich mir dann wohl erst mal sparen. Dann habe ich noch so ein merkwürdiges Phänomen, daß, wenn ich auf OT-Stellung Druckluft auf den Zylinder, der nur 15 bar macht, gebe, daß es dann zwar erst leise aus dem Auspuff bläst aber wenn ich die KW etwas weiterdrehe ist plöztlich Ruhe und dicht. Das muß ich aber erst nochmal genau verifizieren.

  • Die eingenutete Kerbe dient tatsächlich nur rein zum erleichterten auflegen des Zahnriemens und gilt als Hilfestellung.


    Die Nockenwellen werden von innen zwar mit Stirnräder angetrieben diese sitzen jedoch ohne keil oder nut auf der Nockenwelle und werden rein von der Schraube gehalten. Wenn also der Zahnriemen bzw die Steuerzeit nicht stimmen sollte, wird es etwas schwieriger. Denn allein schon das auf dem Nockenwellenrad die Kerbe farblich hervorgehoben ist lässt vermuten das der ZR mittels Strichmännchenmethode montiert wurde. Da stimmen die Steuerzeiten sowieso nicht.

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  • Vorher, also vor dem hier beschriebenen Szenario, soll der Wagen noch einwandfrei gelaufen sein. Daher nehme ich ja an, daß zu diesem Zeitpunkt die Steuerzeiten noch gestimmt haben und "fürchte" fast, daß sie jetzt auch noch stimmen und der Motor ein viel schwerwiegenderes Problem hat. Aber hältst du es prinzipiell auch für denkbar, daß sich die Antriebsräder auf der Nockenwelle durch diesen Quasi-Wasserschlag verdreht haben könnten? Also mir wäre wirklich alles andere lieber als krumme Ventile oder Pleuel, aber ich fürchte ja fast, daß es genau darauf hinauslaufen wird, wenn ich alle Untersuchungen abgeschlossen habe...

  • Vorher, also vor dem hier beschriebenen Szenario, soll der Wagen noch einwandfrei gelaufen sein. Daher nehme ich ja an, daß zu diesem Zeitpunkt die Steuerzeiten noch gestimmt haben und "fürchte" fast, daß sie jetzt auch noch stimmen und der Motor ein viel schwerwiegenderes Problem hat. Aber hältst du es prinzipiell auch für denkbar, daß sich die Antriebsräder auf der Nockenwelle durch diesen Quasi-Wasserschlag verdreht haben könnten? Also mir wäre wirklich alles andere lieber als krumme Ventile oder Pleuel, aber ich fürchte ja fast, daß es genau darauf hinauslaufen wird, wenn ich alle Untersuchungen abgeschlossen habe...

    Es könnte möglich sein muss aber nicht. Wenn dieser noch laufen sollte dann eher weniger. Wenn der aber nicht mehr läuft und Rollenschlepphebel zum teil gebrochen sind dann kann es durchaus vorkommen das die Synchronisation der Nockenwellen nicht mehr stimmt.

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  • Doch, er läuft noch auf 4 Pötten und qualmt und raucht dabei wie blöd...

    Jedenfalls vielen Dank für deine bisherige Unterstützung Eine letzte Frage vielleicht noch, im Vorgriff darauf, was mich vermutlich erwarten wird: Falls der Kopf runter muß, was ist dabei der schwierigste Part? Unten am Turbolader/Abgaskrümmer sieht alles ziemlich verrostet und so aus, als könnte man da keine Schraube mehr drehen. Ist das der Hauptknackpunkt dabei bzw. wo stecken noch weitere Hürden?

    Danke nochmal für deine fachkundige Unterstützung.

  • Der knackpunkt kann sein der Krümmer und der Hochdruckpumpenhalter bzw. Hochdruckpumpe. Diese solltest du aber inkl der Hochdruckpumpe ausbauen was heißt das die Hochdruckpumpe am Halter montiert bleiben kann und Halter inkl montiertem HDP auszubauen wäre.


    Für den wiedereinbau spielt dann zur Ermittlung der kopfdichtungsstärke der Kolbenüberstand eine große Rolle.

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  • Vielen Dank für die guten Tipps. Und weil ich da gerne schon mal vorsprühen und lange einwirken lassen möchte: Wo genau wäre die Abgasanlage am besten zu trennen. Ist das der große Dreiecks-Flansch zum Abgasrohr hinter dem Turbo mit den drei festgebackenen Schrauben? Und kann, um den Kopf abzunehmen, der Turbo samt der ganzen Musik obendrüber erstmal dranbleiben und ggf. später entfernt werden?

  • Vielen Dank für die guten Tipps. Und weil ich da gerne schon mal vorsprühen und lange einwirken lassen möchte: Wo genau wäre die Abgasanlage am besten zu trennen. Ist das der große Dreiecks-Flansch zum Abgasrohr hinter dem Turbo mit den drei festgebackenen Schrauben? Und kann, um den Kopf abzunehmen, der Turbo samt der ganzen Musik obendrüber erstmal dranbleiben und ggf. später entfernt werden?

    zum Ausbau des Kopfes empfehle ich dir sogar den Turbo drinne zu lassen. Zu lösen ist der Krümmer bzw der Auspuff direkt hinter dem Turbo. An den besagten 3 Schrauben. Bzw. Wenn der unter Teil genauso aufgebaut ist wie der 2.4er aus dem 159er kannst du den Vorkat an der Ringschelle lösen. Wie ist denn dein Motorcode? Der steht auf dem Typenschild.

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  • OK, alles klar. Vorkat hat der wohl noch keinen. Motorcode ist 841G000. Dank deiner Unterstützung weiß ich jetzt erst mal alles, was ich wissen muß und prüfe nun erst mal die Steuerzeiten, Pleuelstangen und mit Druckluft nochmal genau, woher der Kompressionsverlust sonst noch kommen könnte. Das Auto steht halt 100 km entfernt, daher dauert das alles immer und ich muß sehen, daß ich alle Infos beisammen habe, wenn ich hinfahre. Und vielleicht kommt es ja doch nicht ganz so schlimm. Werden bestimmt bald nochmal Fragen auftauchen. Vielen Dank nochmal

  • Wenn du die möglichkeit hast, mach eine Druckverlustprüfung. Dann weist du wo der Kompressionsverlust vorliegt ohne den Kopf demontieren zu müssen.

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  • wenn du mit Druckverlustprüfung eine Kompressionsprüfung meinst dann ist das schon alles passiert. Zylinder1 nur noch 15 bar, Zylinder 2 nur 20 bar, der Rest mit 25 bar ok. Aber das alleine nützt natürlich nichts, ich muß ja rauskriegen, warum der auf den Pötten weniger drückt. Und da bieten sich nach dem momentanen Kentnisstand eigentlich nur verrostete oder krumme (eher unwahrscheinlich) Ventile oder gestauchte Pleuel an. Und nur mit übergesprungenem Zahnriemen kriegt man wohl keinen Kompressionsverlust auf nur einem Zylinder hin, also wenn der soweit übergesprungen wäre, dann würde der Motor wohl nicht mehr laufen... Werd's morgen nochmal mit entsprechenden Messungen und richtig Druckluft auf die faulen Zylinder angehen und hoffentlich rauskriegen.

  • Nein Druckverlustprüfung ist was anderes wie Kompressionsprüfung. Bei der Druckverlust kannst du genau eingrenzen wo der fehler liegt. Bei einer Kompressionsprüfung weist du nur das er wenig kompression hat, weist aber nicht genau von wo und wohin.

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  • Ok, dann meinst du das Procedere mit Druckluft auf den Zylinder geben und horchen, wo's rausdrückt? Muß ich nochmal wiederholen, weil ich das letzte Mal die KW nicht fixiert hatte und mir es dabei vermutlich unbemerkt den Kolben nach unten gedrückt und ich wahrscheinlich daher das oben beschriebene Verhalten hatte.

  • Richtig. Du musst genau OT treffen. Der Kolben darf sich auch nicht in der ventilüberschneidung befinden. Er muss auf OT in der Kompressionsphase sein. Dann sind beide Ventile geschlossen und du kannst dort druck drauf geben. Je nach prüfgerät darf dieser den dort angegebenen Druckverlust nicht überschreiten. Bei meinem z. B. sind es 22% Druckverlust.

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  • Kann man dann wohl so sagen. ?

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  • Danke für dein Beileid...., Habe der Vollständigkeit halber trotzdem nochmal Druckluft draufgegeben. War aber jetzt außer einem leisen "Grundrauschen" aus der Öleinfüllöffnung, welches für alle Zylinder die gleiche Intensität hatte, ohne Befund. Die Steuerzeiten, um den Kreis zum Ursprungsthema mal zu schließen, waren übrigens tatsächlich um eine Zahn daneben.

    So, nachdem der endgültigen Befund nun vorliegt müsste ich noch eines wissen: Muß zur Demontage der Ölwanne die Achswelle raus um an die Schrauben zu kommen und läßt sich die Wanne ansonsten problemlos entfernen und ist anschließend der Weg zu den Pleuellagern frei?